Baal ist jung, Baal ist hungrig, er verbrennt in Zerrissenheit und der Sucht nach Aufstand, Umbruch, Kontroverse. Ein Schlagabtausch zwischen absoluter Betäubung und übermächtiger Lebendigkeit. Bertolt Brechts Drama ist sein jüngstes, sein wildestes geblieben. 'Baal' erzählt von einem jungen Künstler, der von der Gesellschaft als Genie gehandelt wird, sich aber nicht von einem Kunst- und Wirtschaftsbetrieb vereinnahmen lassen will. Seiner absoluten Lebensgier fallen nicht nur Frauen, Mäzene, Kritiker, Bewunderer und sein bester Freund zum Opfer, am Ende trifft es Baal selbst.

Bertolt Brecht schrieb "Baal" 1918 als Gegenentwurf zu Hanns Johsts Grabbe-Drama "Der Einsame", um sich gegen die Dämonisierung von Künstlergestalten zu wenden und gegen den tradierten und aus seiner Sicht falsch verstandenen Konflikt zwischen Kunst und Leben. "Baal" polarisiert, erschüttert und entflammt gleichermaßen. Das Stück ist eine Absage an Gleichgültigkeit und Nivellierung des Menschen, eine wüste Eloge auf die Selbstliebe. Regisseur Uwe Janson ("Liebesengel", "Für immer verloren") hat es mit jungen Schauspielern filmisch neu erzählt, ohne die theatrale Herkunft dabei zu verleugnen. Er hat den Text aus den drei Brecht'schen "Baal"-Fassungen zusammengestellt und szenisch in die Gegenwart verlegt. Drehorte waren Berlin und der Wald in der Märkischen Schweiz bei Buckow. In der Montage der Bildsequenzen folgt der Film einer emotionalen, dynamischen Inszenierung, die den Versuch wagt, einen heutigen "Baal" zu erzählen, ohne den ursprünglichen zu verraten.