Auf einer Mission, die der Wiedereinsetzung des spanischen Königs Ferdinand VII. dient, steuert der französische General Armand de Montriveau mit seiner Truppe eine spanische Insel an. Seit fünf Jahren sucht er in den Klöstern der alten wie der neuen Welt nach einer Frau, die er verzweifelt geliebt hat und die seither spurlos verschwunden ist. Hier nun entdeckt er endlich die Gesuchte. Er bittet um ein Gespräch mit der Nonne Therese ... Paris, fünf Jahre zuvor. Die Restauration hat gesiegt. Und mit ihr die Heuchelei, die Oberflächlichkeit, das Geld. Antoinette de Navarreins, die kokette Gattin des Herzogs von Langeais, ist ein Produkt dieser Epoche. Als Armand de Montriveau ihr zum ersten Mal begegnet, verliebt er sich sogleich unsterblich in sie, und es scheint, als würde seine Liebe erwidert. Tatsächlich aber macht die Herzogin sich ein Vergnügen daraus, mit ihm zu spielen. Als er unwiderlegbare Beweise für ihre Zuneigung verlangt, heuchelt sie religiöse Bedenken. Während eines Balls erzählt Armand, den Blick auf den Hals der schönen Herzogin gerichtet, von einem Besuch in Westminster. "Das Beil bitte nicht berühren", habe der Wärter zu ihm gesagt, als er ihm die Axt zeigte, mit der Charles I. enthauptet wurde. Fortan unternimmt Armand de Montriveau alles, um sich an der falschen Geliebten zu rächen ...

Nach seiner Honoré-de-Balzac-Verfilmung "Die schöne Querulantin" von 1991 nahm sich Altmeister Jacques Rivette 16 Jahre später erneut einer Vorlage des großen französischen Schriftstellers (1799-1850) an. Zunächst 1848 unter dem Titel "Ne touchez pas la hache" ("Fasst nicht die Axt an") veröffentlicht, bildete der Roman zusammen mit "Ferragus, das Haupt der Verschworenen" und "Das Mädchen mit den Goldaugen" die Trilogie "Geschichte der Dreizehn", die Rivette bereits 1971 in seinem fast 13-stündigen Film "Out 1: Noli me tangere" frei adaptiert hatte. In Zusammenarbeit mit seinen Drehbuchautoren Pascal Bonitzer und Christine Laurent, mit denen er zuvor schon Filme wie "Die Geschichte von Marie und Julien" oder den Zweiteiler "Johanna, die Jungfrau - Der Kampf" verwirklicht hatte, schuf er eine recht werkgetreue Verfilmung, die 2007 für den Goldenen Bären der Filmfestspiele von Berliin nominiert war und in der der 2008 verstorbene Guillaume Depardieu der Rolle des Armand de Montriveau durch sein pulsierendes Spiel Leben einhaucht. An seiner Seite: die schöne Jeanne Balibar ("Code 46", "Sade", "Das Ende der Unschuld") als Antoinette de Navarreins.

Foto: arte F/Moune Jamet