Der neunjährige Nemecsek ist ein Außenseiter in der Schule. Er ist kleiner als die anderen und ein wenig schwächer, aber wild auf Abenteuer. Durch die Trennung seiner Eltern verliert der Bub seine Mutter. Der Wunsch, einer Jugendclique anzugehören, wird daher umso drängender. Zur Bewährung für eine Aufnahme soll Nemecsek einen Platz finden, wo sich die Buben austoben können. In der Paulstraße wäre so ein Areal. Doch der Grund gehört Jan, einem einsamen, durch den Tod seines Sohnes sehr verbitterten alten Mann ...

1910 erschien der Roman "Die Jungens der Paulstraße", verfasst von Ferenc Molnár (1878-1952, "Liliom", "Eins, zwei, drei"), Ungarns wohl bedeutenstem Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Nach diesem literarischen Meisterwerk drehte Gustav Maurizio Zaccaro ein Drama, das zwar gut fotografiert und gespielt ist, der literarischen Vorlage aber nicht gerecht wird. Denn wer den Roman kennt, wird schnell bemerken, dass das Autorentrio Massimo de Rita, Ottavia Jemma und Alessandro de Rita zu viele Charakter und Handlungsstränge hinzugefügt haben. Außerdem wurden die Protagisten kurzerhand verjüngt und modernisiert und auch noch deutlich klischeehafter gezeichnet. Der Film wäre sicherlich besser ausgefallen, wenn man sich näher am Original gehalten hätte.

Foto: ARD/Degeto