In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges bekommt das deutsche Minensuchboot MX12 den Auftrag, den Heimathafen an der dänischen Küste zu verlassen und Verwundete der immer noch kämpfenden Kurlandarmee in Libau an Bord zu nehmen und in Sicherheit zu bringen. Der Kommandant ist entschlossen, den Befehl auszuführen, trotz der Gefahr durch feindliche Flugzeuge und U-Boote und trotz der Funkmeldung, daß der Krieg durch die Kapitulation beendet sei. Der Steuermann und der Feuerwerker fordern im Namen der Besatzung den Abbruch des riskanten und aussichtslosen Unternehmens und die Rückkehr in den sicheren Hafen. Dort werden der Steuermann und der Feuerwerker als Rädelsführer verhaftet und vor ein Marinekriegsgericht gestellt. Wegen "Bedrohung eines Vorgesetzten" werden sie zum Tode verurteilt.

Ein Kriegsende beschreibt den für Lenz typischen Konflikt zwischen Pflichterfüllung auf der einen und moralisch verantwortlichem Verhalten auf der anderen Seite. Der Konflikt, mit dem die Hauptfiguren fertig werden müssen, wird differenziert erzählt. Gut und Böse gibt es dabei nicht, nur den Zwang, eine Entscheidung zu treffen, die, egal wie man sie fällt, schlimme Folgen haben wird, unabhängig vom historischen Kontext.Siegfried Lenz hat dieses Fernsehspiel nicht nur zunächst für das Fernsehen geschrieben, er hat auch an der Produktion mitgewirkt, Lenz selbst spricht den gesamten Off-Text. So nah kommt der Zuschauer dem Schriftsteller in keiner anderen Lenz-Verfilmung.