Lehrer Niels Deboos ist nicht gerade vom Glück verfolgt. Als er bei einer Demo zunächst seine Schüler in Gefahr bringt und dann auch noch eine Auge verliert, wird er von der Schulbehörde entlassen.

Ohnehin nicht sonderlich von der modernen, globalisierten Welt angetan, beschließt Niels, einen eigenen Staat im Staate zu gründen. Auf den Grundstück eines alten Schlosses in Brandenburg ruft er schließlich den Staat "Freiland" ins Leben, in dem alternative, selbstbestimmte Lebensformen realisiert werden sollen. Der Zulauf ist groß, doch schnell wird klar, dass Freiland ohne gewissen Ordnungsprinzipien nicht existieren kann. So überschlagen sich bald die Ereignisse, Niels glaubt schon nach kurzer Zeit nicht mehr an die eigenen Vorstellungen von Demokratie und Pazifismus und schwingt sich zum autokratischen Herrscher auf ...

Politikverdrossenheit und Wutbürgertum

Die zum größten Teil improvisierte, zum Teil recht witzige Satire, die aus der Sicht des Staatsgründers Niels erzählt wird, ist das Kinofilmdebüt des aus Frankfurt am Main stammenden Filmemachers Moritz Laube, der zunächst Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte und später als Werbefilmer auf sich aufmerksam machte. In "Freiland" spielt Laube gekonnt mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Politikverdrossenheit und Wutbürgertum, zeigt aber auch, wie schnell sich gute und gut gemeinte Vorsätze ins Gegenteil verkehren können.

Allerdings wird diese Problematik nicht weiter vertieft, vielmehr richtet Laube den Fokus auf die Person des Staatsgründers Aljoscha Stadelmann ("Eine Hand wäscht die andere", "Carlos - Der Schakal"), der zum Autokraten mutiert. Dagegen spielen die übrigen Protagonisten eine eher untergeordnete Rolle, die Figurenzeichnungen bleiben dabei mitunter sehr unscharf.