Der Film beginnt mit der Reise des Wiener Nervenarztes und Psychologen Sigmund Freud, der in den Jahren 1885 bis 1890 seine psychoanalytische Methode entwickelt, nach Paris. Er erzählt von den Jahren mit Joseph Breuer in Wien und endet mit dem Universitätstumult, bei dem man Freud mit Schimpf und Hohn begegnet und sich sein Freund Breuer von ihm distanziert ...

John Huston drehte den Film mit einer faszinierenden Traumsequenz. "Freud" war nicht die erste Annäherung Hustons an die Wissenschaft. William Dieterle hatte sich 1936 und 1940 "Louis Pasteur" und "Paul Ehrlich - Ein Leben für die Forschung" (Drehbuch: John Huston!) auf populärwissenschaftliche Weise genähert. John Huston geht mit seinem Film über Sigmund Freud ähnliche Wege, hat aber Schwierigkeiten mit der Materialisierung des Traum-Erlebens. Wie in einem echten Gruselspuk taucht der geängstigte Forscher zu elektronischer Musik zum Urerlebnis hinab und kämpft mit dem Unterbewussten, erlebt Siege und Niederlagen. Im Grunde hat Huston seinen Freud nach dem gleichen Muster seiner Männerfilme wie "African Queen", "Moby Dick" und "Der Schatz der Sierra Madre" inszeniert. Produzent Wolfgang Reinhardt hatte sich von Jean-Paul Sartre ein Drehbuch schreiben lassen, das ihm aber so sehr missfiel, dass er es nach eigenen Worten wesentlich bearbeitete. Hustons Film hat durchaus Qualitäten, leidet aber an der Inkonsequenz des Drehbuchs.

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