Am Weihnachtstag des Jahres 800 wird in der Peterskirche in Rom die Krönung eines großen Kaisers vollzogen: Papst Leo III. salbt Karl, den König der Franken, in feierlichem Akt zum Kaiser. Karl der Große hat in dunkler Zeit Europa geeint, eine Vision von Frieden, Sicherheit und Ordnung verwirklicht. Er gilt aber zugleich auch als blutrünstiger Krieger und Despot. Das Reich, das er schuf, umfasste weit mehr als nur das Herz Europas - es reichte von den Pyrenäen bis an die Donau und von Süditalien bis an die Nordseeküste. Bis heute kennt jeder seinen Namen, doch niemand weiß, wer er wirklich war. Beinahe alles, was über den großen Karolinger bekannt ist, basiert auf Hofberichterstattung, denn erst Jahre nach Karls Tod 814 beginnt der Gelehrte Einhard mit der Niederschrift seiner "Vita Karoli Magni". Diese heldenhafte Darstellung des Lebens und Wirkens Karls des Großen prägt bis heute das Bild, das sich die Nachwelt von ihm gemacht hat. Doch mindestens ebenso spannend wie das, was Einhard über Karl schrieb, ist das, was er verschwieg ...

Zum 1200. Todestag des berühmten Herrschers entstand dieses aufwändig in Szene gesetzte Dokudrama, in dem Regisseurin Gabriele Wengler die Lebensgeschichte des Frankenkaisers erzählt. In dem Mix aus Spielszenen, Erläuterungen von Experten und historischer Spurensuche verarbeitete Wengler die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und spart keine Facette seiner Persönlichkeit aus: Weder seine Heldentaten noch seine Grausamkeiten, weder sein unbedingter Wille zur Macht, noch seine unbändige Fleischeslust, die ihm neben fünf Ehen eine unzählbare Reihe von Liebschaften und immer wieder die Kritik von Zeitgenossen beschert hat.

Foto: WDR/taglicht media/pre tv