Seit 30 Jahren arbeitet Pipe als Knecht bei der Bauernfamilie Duperrex. Willig erledigt er, was man ihm aufträgt. Mit seinem kärglichen Leben in totaler Abhängigkeit scheint er sich abgefunden zu haben. Doch dann kommt er ins Rentenalter und erhält vom Staat bares Geld ausbezahlt, das er anspart und sich zum Erstaunen und Entsetzen seiner Umgebung ein Moped kauft. Luigi, der italienische Saisonarbeiter auf dem Hof, bringt ihm das Fahren bei, und bald wagt der Knecht seine ersten Ausflüge. Damit beginnt Pipe sich zu wandeln. Er überwindet seine bisherige Passivität und Abhängigkeit, wird zusehends aktiver und eigenständiger. Mit listigem Schalk verfolgt er seinen Weg zur Freiheit ...

Dieses heiter-melancholische Werk des Schweizer Regisseurs Yves Yersin lebt von seinen starken Bildern, den intensiven Stimmungen und seiner Zuversicht. Das aus Reims stammende Komödianten-Urgestein Michel Robin, das in seiner Karriere in so unterschiedlichen Werken wie "Die fabelhafte Welt der Amélie", "Süßes Gift", "Gewitter im Mai" oder "Nachtblende" spielte, glänzt hier in der Rolle des Pipe, der sich auch durch herbe Rückschläge nicht davon abhalten lässt, seinen großen Traum zu leben. "Kleine Fluchten" wurde im In- und Ausland eine der erfolgreichsten Produktionen der Schweizer Filmgeschichte, und zwar sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik.

Foto: ZDF/SF