Henri-Desiré Landru ist mit seiner Glatze und seinen stechenden Augen nicht unbedingt ein schöner Mann. Dennoch kommt er bei den Damen glänzend an; sein Charme, seine Beredsamkeit und seine diskreten Hinweise auf ein (nicht existierendes) Vermögen wirken Wunder. Und so folgen ihm viele Frauen willig in sein Liebesnest. Bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Sie kehren nie von dort zurück ...

Nach dem Drehbuch der 2004 verstorbenen Schriftstellerin Françoise Sagan ("Bonjour Tristesse"), das auf einer wahren Geschichte beruht, drehte Claude Chabrol diese bissige Satire auf das Kleinbürgertum und den Blaubart-Mythos. Henri-Desiré Landru trieb während des Ersten Weltkrieges in Paris sein Unwesen, er wurde 1922 in Versailles hingerichtet. Chabrol zeigte sich in diesem Film allerdings nicht so sehr an einer Rekonstruktion des historischen Falls interessiert, stattdessen münzte er die Geschichte Landrus satirisch um, um die Abgründe hinter der Fassade bürgerlicher Biederkeit bloßzulegen. Bittere Satire sind denn auch die eingeblendeten Kriegsbilder, die das weithin akzeptierte befohlene Blutvergießen in deutliche Parallele zu der mit Schaudern registrierten privaten Mordserie setzen.

Foto: ARD/Degeto