Nach vier Jahren kommt Ahmad aus Teheran zurück nach Paris. Hier will er den Scheidungstermin mit Marie wahrnehmen. Seine Noch-Gattin lebt mittlerweile mit Samir, ihren beiden Töchtern und Samirs Sohn zusammen. Innerhalb dieser neu gewählten Familie gibt es eine Menge Spannungen. Vor allem die pubertierende Lucie bereitet großen Ärger, den nun Ahmad versuchen soll zu beheben. Als wären diese Patchwork-Probleme nicht schon groß, fällt Samirs Mutter nach einem Selbstmordversuch ins Koma ...

An Problemen mangelt es nicht in dieser Geschichte des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, dem mit "Nader und Simin - Eine Trennung" ein internationaler Erfolg gelang. Wie schon in seinem mit dme Auslands-Oscar gekrönten Werk hat der Regisseur auch hier oft Schwierigkeiten mit dem Erzählrhythmus und diversen Ausuferungen seiner ansonsten packenden Geschichte. Erneut stellt er mit starken Schauspielern dramatische Ereignisse in den Vordergrund, die massiv zu Herzen gehen. Doch leider gilt auch hier: weniger wäre mehr gewesen. So tritt die Geschichte oft auf der Stelle, nervt mit einigen Längen und arg konstruiert wirkenden Handlungsfäden. Doch die Grundgeschichte über das Auseinanderbrechen eines komplexen Familienkonstrukts packt über weite Strecken dennoch.



Foto: Carole Bethuel