Haute Provence, 1945: Thérèse erzählt ihren gebannt lauschenden Zuhörerinnen aus ihrem Leben, einem Leben, in dem sie immer das gemacht hat, was sie wollte. 60 Jahre zuvor war sie mit ihrem Geliebten Firmin aus ihrem Dorf in die Stadt geflohen. Hier begegnete sie der geheimnisvollen Madame Numance und versuchte, sich deren wohltätige Ader zunutze zu machen...

Das prominent besetzte und atmosphärisch dichte Drama von Raúl Ruiz ("Drei Leben und ein Tod") konzentriert sich ganz auf die Figuren Thérèse und Madame Numance, zwei "starke Seelen", die ihren Weg unbeirrt zu Ende gehen. Die auf den ersten Blick so gegensätzlichen Charaktere - wie eine Schlange wirkt die eine, wie ein Engel die andere - sind sich in ihrer Eigenwilligkeit ebenbürtig. Ihre Beziehung ist von keiner Seite aus uneigennützig. Beide Frauen erkennen, was sie an der jeweils anderen haben und durchschauen sich gegenseitig. Mit John Malkovich und Arielle Dombasle arbeitete Ruiz - er war filmischer Berater des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende und musste nach dessen Sturz 1973 Chile verlassen - bereits bei seiner Literaturadaptation "Die wiedergefundene Zeit" (1999) zusammen, die nach dem Roman von Marcel Proust entstand und im selben Jahr beim Festival in Cannes präsentiert wurde. "Die starken Seelen" wurde 2001 - außer Konkurrenz - ebenfalls in Cannes gezeigt.