Breit gemalte Großstadt-Tristesse aus dem Dealer Milieu: LeTour versorgt die Reichen von New York mit Drogen. Damit lässt sich so weit ganz gut leben. Als die Frau, die er liebt, stirbt, gerät er in schwere Depressionen und muss sich erst einmal selbst finden. Mit seiner Seelenreinigung so weit klar, rechnet er gnadenlos mit seinem Milieu ab und wandert schwer verletzt, aber erleichtert, ins Gefängnis.

Paul Schrader versorgte die Filmgeschichte einst mit großartigen Stoffen wie "Taxi Driver" (1976, Regie: Martin Scorsese) oder "Hardcore - Ein Vater sieht rot" (1978), den er auch inszenierte. Danach verlegte er sich darauf, Depri-Kino in Vollendung zu fabrizieren. "Light Sleeper" ist ein Beispiel für ein prätentiöses Selbstplagiat: Stimmungen sind wie aus "Taxi Driver" kopiert (ein Taxi bei Nacht im Regen, Dafoe niedergeschlagen auf dem Rücksitz, dazu dudelt ach so traurig das Saxophon). Am Ende knallt der krisengeschüttelte Dealer dann einfach alle ab, was seine Laune merklich hebt (Selbstreinigungsprozess!). Dazwischen sehen wir ihn endlos lange auf dem Bett liegen, Trübsal blasen, in seiner verwundeten Seele schürfen und auf harte-Männer-Art mit der Welt hadern. Schrader sagt: "Egal wie alt ich werde, die Begriffe Sünde, Erlösung, Gnade werden in meinen Arbeiten immer eine große Rolle spielen." Erlösung erfleht angesichts dieses Films alsbald der geplagte Zuschauer, denn unter dem Strich ist das einfach nur stinkend langweilig.