Die unkonventionelle Herta Frohwitter und ihr Assistent Marco Petrassi arbeiten bei der Frankfurter Kripo. Herta Frohwitter steht für die alte Schule der Polizeiarbeit, old school würde Petrassi das nennen, sie schätzt die korrekte Anwendung der deutschen Sprache und hat einen Fahrstil, den nicht nur böse Zungen als Verkehrsbehinderung bezeichnen würden. Petrassi dagegen beherrscht jegliches technische Spielzeug, fast sämtliche Trendsportarten und pflegt einen ungeheuren Schatz an Anglizismen. Der hilft ihm allerdings nicht, als sie einem Heiratsschwindler auf die Spur kommen ...

Regional- und Lokalkrimis sind in! So inszenierte auch "Tatort"-Routinier Jürgen Bretzinger mit "Alles Verbrecher - Eiskalte Liebe" einen als Lokalkrimi angelegten TV-Film, der thematisch an ähnlich gelagerte Werke wie "Mord mit Aussicht" oder "Der Bulle und das Landei - Tödliches Heimweh" anknüpft. Bretzinger, der besonders für seine häufige Zusammenarbeit mit dem Bodensee-Duo Eva Mattes und Sebastian Bezzel ("Tatort - Todesspiel", "Tatort - Schmuggler") bekannt ist, setzte dies nach dem Buch seiner Ehefrau Dorothee Schön ("Der Minister", "Frau Böhm sagt nein") und "Tatort"-Autorin Susanne Schneider ("Bella Block - Hundskinder", "Es kommt der Tag") in Szene. Allerdings wirkt der erste Fall des ungleichen Duos wie ödes Provinztheater, die Gags, über die man nicht lachen kann, sind einfach nur schlecht, das Drehbuch holprig und die unglaubwürdige Story von vorgestern. Ebenso von vorgestern erscheint Ulrike Krumbiegel in ihrer überzogenen Vorstellung als Herta Frohwitter, die mit ihrem holzschnittartig angelegten Assistenten Petrassi alias Daniel Rodic überhaupt nicht harmoniert. Erst gar nicht anschalten!

Foto: HR/Degeto/Christian Lüdeke