Hauptkommissarin Johanna Herz und Polizeihauptmeister Krause ermitteln in einem Mordfall: Der Iraker Mahmut Schemal wird am Glienicker Ufer in der Nähe von Potsdam tot aufgefunden. Seine Leiche weist eine tiefe Stichwunde auf. Indizien am Tatort - Lieferwagenspuren und ein Schraubenschlüssel - legen den Verdacht nahe, dass das Verbrechen an einem anderen Ort begangen wurde. In der Tasche des Opfers werden außerdem Unterlagen gefunden, aus denen hervorgeht, dass Mahmut in den Irak abgeschoben werden sollte. Herz befragt die irakische Ehefrau und den 17-jährigen Sohn des Opfers, die jedoch vorgeben, nicht zu wissen, wo Mahmut den Abend vor seinem Tod verbracht hat. Die weiteren Ermittlungen führen Herz und Krause bald zu einem irakischen Kulturverein, der Sach- und Geldspenden sammelt und in den Irak bringen lässt ...

Mit seinen beiden "Tatort"-Folgen "Tatort - Unbestechlich" und "Tatort - Oben und Unten" zeigte Regisseur Nils Willbrandt, das er durchaus ein Händchen für routiniert umgesetzte Krimi-Unterhaltung besitzt. So ist auch sein "Polizeiruf 110"-Debüt eine spannend-gemächliche und ein wenig vorhersehbare Episode, die über den Kriminalfall hinaus in das Leben der irakischen Gemeinde in Potsdam eintaucht und dabei Themen wie Folter, Abschiebung und Krieg streift. Das Drehbuch, das den Fokus allerdings bald wieder auf den Mordfall lenkt und natürlich wie immer von dem Zusammenspiel und den Gegensätzen des Ermittlerduos Kogge/Kraus lebt, schrieb Willbrandt zusammen mit Claudia Kock.

Foto: RBB/Oliver Feist