Im vorrevolutionären Russland führt der Selbstmord eines Arbeiters zum Streik der unzufriedenen Belegschaft einer Fabrik. Obwohl die Anstifter durch Spitzel bald entdeckt werden, kommt es zu einem Militäreinsatz. Als dabei eine junge Mutter verletzt wird, bringt das die Aufständischen noch mehr in Rage. Ein wildes Gemetzel folgt, doch das Blut der Arbeiter soll nicht umsonst geflossen sein.

Bereits in seinem Bild gewaltigen Erstlingswerk demonstriert der große Regisseur Sergej M. Eisenstein eindrucksvoll die Möglichkeiten agitatorischer Erzähl- und Montagetechnik und seine expressionistische Vorliebe für Metaphern und Analogien. Eisenstein verzichtete auf individuelle Helden und stellte das Kollektiv in den Mittelpunkt. Dennoch war seine rasante und symbolträchtige Inszenierung zumal in den Aktionen der Spitzel auch von tragikomischem "bürgerlichem" Slapstick-Humor geprägt. Schon während der Dreharbeiten führte dies im Ensemble des "Proletkult-Theaters" zum Zerwürfnis. Eisensteins Theorien wurden bereits in den Dreißigerjahren als "formalistisch" verfemt.

Foto: arte F/Carlotta Films