Martin Benrath

On the Road again: Martin Benrath sucht seine Jugendliebe Vergrößern
On the Road again: Martin Benrath sucht seine Jugendliebe
Martin Benrath
Geboren: 09.11.1926 in Berlin, Deutschland
Gestorben: 31.01.2000

Seinen Beruf bezeichnete Martin Benrath gelegentlich als eine Fügung: Es hätte auch anders kommen können, als er 1946 als ehemaliger Flakhelfer aus dem Krieg zurückkam. Wenn man ihn auf der Bühne, im Fernsehen oder Kino sieht, ist zwar der Blick und der Ton der immer gleiche, doch jedesmal schlüpfte er in die sehr individuelle Figur hinein, baute sie von innen heraus auf und war so jedesmal ein anderer.

Ein Unfall hatte ihm seine 'interessante' Narbe beschert und seinem ausdrucksvollen Gesicht eine besondere Note verliehen. Sein sonorer, leicht schnarrender Ton mit dem ganz persönlichen S, sowie seine gewaltige Körpergröße prädestinierten ihn für die Rollen von Adligen und Herrenmenschen - allerdings immer verbunden mit einer gehörigen Portion Sympathie.

Eiskalt bis sarkastisch, freundlich mit einem Hauch von Unberechenbarkeit, das ist Martin Benrath in seinen besten Rollen. Der große Bühnenschauspieler indes war meist unterfordert, oft Fels in einem bröckelnden und schwankenden Gebäude.

Das Kino, das er nicht suchte, das immer wieder auf ihn zukam, hatte für ihn ein paar wunderbare Rollen bereit, so den 1. Offizier Kruse in Bernhard Wickis Hollywood-Film "Kennwort: Morituri" (1964) oder den Rechtsanwalt Charles Bernsdorf in Sherry Hormanns Komödie "Widows - Erst die Ehe dann das Vergnügen". Da spielte er einen liebenswerten Zeitgenossen, klug, charmant und ganz Gentleman, der es durchaus erträgt, wenn seine 20 Jahre jüngere Ehefrau und Berufskonkurrentin mal wieder eine leidenschaftliche Affäre mit einem jungen Mann hat. Schließlich ist sie (dargestellt von Katja Flint) äußerst impulsiv und auf ihre kühle Art erotisch. In dem Film ist Martin Benrath, der flotte 72-Jährige, der einzige wirkliche Mann unter all den resoluten Damen, während seine Geschlechtsgenossen zwischen Macho und Waschlappen pendeln.

Sein erstes Bühnenengagement hatte der hoffnungsvolle junge Schauspieler Martin Benrath 1947 am Berliner Theater am Schiffbauerdamm, vier Jahre später ging er ans Kurfürstendamm-Theater, spielte am Hebbel-Theater und schließlich am Theater-Club des British Centre, wo ihn Gustaf Gründgens' Dramaturg, Dr. Badenhausen, ssah und nach Düsseldorf einlud. Benrath war sprachgewaltig, beweglich, berstend vor Energie.

Der Erfolg in Jean Cocteaus "Bacchus" und als Bruno Mechelke in Gerhard Hauptmanns "Ratten" machten ihn bei Gustaf Gründgens zum beliebten Charakter-Star. Doch Benrath bllieb in Düsseldorf, als der Meister nach Hamburg ging und spielte bis 1962 bei Karl Heinz Stroux weiter. Unter der Regie von Stroux war er der Prinz in Friedrich Schillers "Emilia Galotti", der Barnaby Kaghan in Thomas Stearns Eliots "Privatsekretär", sowie der Orpheus in Jean Anouilhs "Eurydike". Schließlich spielte er die Titelrolle in "Becket oder Die Ehre Gottes", ebenfalls von Anouilh.

1961 schließlich ging er nach München und spielte am Bayerischen Staatsschauspiel und an den Kammerspielen. Hier wurde Benrath endgültig zu einem der ganz großen stimmgewaltigen Bühnendarsteller. Alle großen Bühnenregisseure, ob Hans Lietzau oder Peter Stein, besetzten ihn in den großen Charakterrollen des klassischen und modernen Theaterrepertoires. Martin Benrath ist 1968 bei Lietzau der Franz in der legendären Inszenierung von Schillers "Die Räuber", 1980 August Strindbergs "Vater" und 1984 William Shakespeares "König Lear". Man sieht ihn in "Der Professor Bernhardi" von Arthur Schnitzler, in Shakespeares "Julius Caesar" und als Schillers König Philipp II. In "Don Carlos" unter der Regie des Schweizer Bühnenregisseurs Luc Bondy spielt er den Industriellen Christoph Groth, der nach langen Jahren zu seiner Frau (Jutta Lampe) zurückkehrt. Die Botho-Strauß-Uraufführung "Das Gleichgewicht" führte ihn 1993 nach Zürich.

Bei Gründgens sah ihn Gerhard Lamprecht in den 50er Jahren und holte ihn an der Seite von Curd Jürgens und Eva Bartok zum ersten Mal vor die Kamera, als er Clemens Laars Romanbestseller "Meines Vasters Pferde" (1953) verfilmte. Bei dem resoluten Künstler-Ehepaar Curd & Eva floen schon beim zweiten Film gelegentlich die Fetzen, doch Benrath nahm das gelassen hin, konzentrierte sich auf seine Rolle, die des Oberleutnant Michael Godeysen, der im zweiten Teil des Epos eine sehr starke Wandlung und Verinnerlichung durchmacht.

Mindestens zweimal in seiner Schauspielerlaufbahn hat Benrath auf dem Nebenschauplatz Film es zu ganz großer Charakterdarstellung gebracht: 1975 spielte er als Titelfigur in Bernhard Sinkel und Alf Brustellins "Berlinger" seine vielleicht schönste Kinorolle.

Lukas Berlinger, Wissenschaftler und Industrieller, ist Individualist genug, sein Leben nach eigenem Gutdünken einzurichten: Er opponiert gegen die Nazis, verliert die Leitung seiner Fabrik an den Jugendfreund Roeder (Peter Ehrlich), der getreuer Parteigenosse wird, am Ende flieht Berlinger aus Hitler-Deutschland. Später zurückgekehrt baut er in der Fabrikruine ein Luftschiff, gerät mit dem neuen Bausenator, seinem ehemaligen Freund Roeder, aneinander, aber auch diesmal ist Berlinger der Stärkere - auch wenn er einem Unfall erliegt.

In Bernhard Sinkels IG-Farben-Epos "Väter und Söhne" (1986) war er der treudeutsche jüdische Bankier Bernheim, der zynischerweise die Entwicklung von Zyklon B mitfinanziert, mit dem Millionen von Juden in den Konzentrationslagern ermordet werden. Später wird er von den Nazis entmachtet und liquidiert.

Noch einmal spieltr Benrath bei Sinkel, 1993 in "Der Kinoerzähler", ein Jahr davor gab ihm Helmut Dietl die wunderbare Rolle des einsamen Chefredakteurs in dem Kinoerfolg "Schtonk" um die gefälschten Hitler-Tagebücher. 1998 sah man ihn als den Großvater des kleinen Esau in Jo Baiers Inszenierung von Erwin Strittmatters "Der Laden". Dieser alte Matt, der sein Leben lang mit dem ebenso verschlafenen wie hochtrabenden Schwiegersohn in Fehde liegt und bis zu seinem schrecklichen Ende in geistíger Verwirrung dem Enkel hilft, im Leben zurechtzukommen, ist eine wunderbare, lebensvolle Figur. Für diese Großvater-Rolle wurde Benrath mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Zu den phantastischen Filmrollen gehören der Vater (es ist der berühmte Berliner Kritiker Alfred Kerr) in Ilse Hofmanns Verfilmung von Judith Kerrs "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" (1978), der Professor Mogens Jensen in Ingmar Bergmans "Aus dem Leben der Marionetten" (1980) und der Professor Huber in Michael Verhoevens ""Die Weiße Rose" (1982). Seine letzte Rolle war die des Königs in dem TV-Dreiteiler "Zwei Asse und ein König" (1999). Am Tag der Erstausstrahlung starb Martin Benrath.

Weitere Filme mit Martin Benrath: "Meines Vaters Pferde" (1953), "Meines Vaters Pferde - Teil 2" (1953), "Meines Vaters Pferde: Lena und Nicoline" (1953), "Meines Vaters Pferde: Seine dritte Frau" (1953), "Der Engel mit dem Flammenschwert" (1954), "Tausend Melodien" (1954), "Heidemelodie" (1956), "Die ideale Frau" (1959) mit Ruth Leuwerik, "Kriegsgericht" (1959) mit Karlheinz Böhm, "Minna von Barnhelm" (1964) mit Theo Lingen, "Der Fall Liebknecht - Luxemburg" (1969), "Dreht euch nicht um, der Golem geht rum!" (1971) mit Hannelore Elsner, "Eintausend Milliarden" (1974), "Kaltgestellt" (1980), "Stalingrad" (1992), "Der Kinoerzähler" (1993) mit Armin Mueller-Stahl, "Beim nächsten Kuß knall ich dich nieder" (1994), "Der Schattenmann" (1995), "Die Unbestechliche" (1995) mit Maja Maranow, "Alle für die Mafia" (1996), "Der Campus" (1997), "Eine Herzensangelegenheit" (1997), "Die Zauberfrau" (1998) mit Iris Berben, "Beresina oder die letzten Tage der Schweiz" (1999), "Natascha" (1999).

Zur Filmografie von Martin Benrath
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