Oliver Hardy

Oliver Norvell Hardy
Geboren: 18.01.1892 in Harlem, Georgia, USA
Gestorben: 07.08.1957

"Die Leute haben uns gern, weil sie glauben, uns weit überlegen zu sein und dabei gibt es Millionen von Laurels und Hardys auf der Welt." (Stan Laurel)

Oliver Hardy hieß eigentlich Norvell mit Vornamen - wie der Mädchenname seiner Mutter Emily. Sein Vater, Oliver Hardy, stammte aus einer alteingesessenen britischen Familie - ein direkter Vorfahr, Sir Thomas Hardy, war Flaggenkapitän bei dem berühmten Admiral Nelson. Aus nicht bekannten Gründen verstarb Hardy sr., Manager eines Hotels, bereits im November von Olivers Geburtsjahr. Nach dem Tod von Hardy sr. war es für Olivers Mutter zeitweise recht schwierig, sich und ihre Kinder zu ernähren. Das änderte sich erst nach der Hochzeit ihrer ältesten Tochter. Der Einfluss ihres Schwiegervaters besserte die Situation der Hardys erheblich.

Nachdem der kleine Oliver den großen Sänger Enrico Caruso live erlebt hatte, wollte er unbedingt auch ein berühmter Sänger werden. Doch da seine Disziplin sehr zu wünschen übrig ließ, schickte ihn die Mutter auf eine Militärschule. Doch auch dort gefiel es dem Jungen nicht, der natürlich auch unter seiner damals schon erheblichen Körperfülle zu leiden hatte. Einige behaupten, dass er mit seiner Esserei den frühren Verlust des Vaters kompensieren wollte. Dies verschlimmerte sich noch, als er als 15-Jähriger mitansehen musste, wie sein Bruder Sam ertrank. Als 18-Jähriger bekam Norvell - wie Oliver damals noch genannt wurde - eine Anstellung im ersten Lichtspieltheater der Stadt - als Filmvorführer, Kartenabreißer und Putzhilfe. Schon damals stellte er fest: "Das, was manche dieser Komiker auf der Kino-Leinwand so zeigen, kann ich eigentlich auch."

1913 erzählte ihm ein Freund von der aufkommenden Filmindustrie im 300 Kilometer entfernten Jacksonville und Norvell machte sich kurzentschlossen auf ins neue Glück. Er bekam tatsächlich kleine Darstellerrollen, doch zunächst nur bei Bühnenshows. Als dann eines Tages für eine Kurzfilm-Komödie ein junger dicker Mann benötigt wurde, hatte Oliver Hardys Stunde geschlagen. Mit "Outwitting Dad" lieferte er ein passables Debüt, dass ihm auch prompt einen regulären Vertrag bescherte. Von 1914 bis 1915 drehte Oliver Hardy über 50 Kurzfilme für die Firma Lubin bevor er zur Vim Comedy Company wechselte. Der neue Job ermöglichte es ihm auch abends in einem Nachtclub als Sänger aufzutreten - unterstützt von seiner damaligen Frau, der Pianistin Madelyn Saloshin.

Nach dem ersten "Vim"-Film "A Special Delivery" folgten mehrer Streifen, die ihn als Partner von Billy Ruge zeigten. Als "Plump and Runt" drehten sie insgesamt 35 Einakter. Nach dem Untergang der Vim Company trat Oliver der neugegründeten King Bee Film Corporation bei. Star der Firma war die Charlie Chaplin-Kopie Billy West, dessen Partner Hardy wurde.

Schließlich arbeitete Hardy auch für Gilbert Anderson, der sich vom ersten großen Cowboystar der amerikanischen Filmgeschichte zu einem bedeutenden Produzenten gemausert hatte. Anderson hatte die Essanay Company gegründet und Leute wie Charlie Chaplin unter Vertrag genommen. Unter Anderson entstand 1918 der Film "The Lucky Dog", die erste Zusammenarbeit mit Stan Laurel. Keiner der Beteiligten ahnte damals schon, dass dies eine historische Begegnung sein sollte: "Wir sind uns während der Dreharbeiten kaum begegnet, da Babe (so lautetet Oliver Hardys Nickname) eine viel kleinere Rolle spielte als ich. Unsere gemeinsamen Szenen wurden sehr schnell abgedreht, und keiner von uns dachte damals auch nur im entferntesten daran, dass wir uns danach jemals wieder begegnen, geschweige denn Partner werden würden" sagte Stan Laurel später einmal.

Doch gemeinsam mit Filmpartner Stan Laurel schrieb Oliver schließlich Filmgeschichte. Als Laurel & Hardy (in deutsch nicht ganz zutreffend : "Dick und Doof") waren die beiden als Komiker-Duo unschlagbar. Aber noch war es nicht soweit. Die Wege der beiden trennten sich, Oliver drehte fortan viele Filme mit dem Starkomiker Jimmy Aubrey. Bei der Firma Vitagraph wurde er neben Larry Semon zum Standard-Schurken. Larry Semon war es auch, der Oliver Hardy in die hohe Kunst des Golf-Sports einweihte und Oliver entdeckte eine Leidenschaft, die er bis zu seinem Tod beibehielt.

Doch mit dem Niedergang Semons wurde auch "Babe" als dessen Standard-Nebendarsteller vorübergehend arbeitslos. Zum Glück währte dieser Zustand nicht lange und Anfang 1924 erhielt er eine Fimrolle von dem jungen Produzenten Hal Roach. Danach folgten weitere Komödien, in denen Hardy meist den Bösewicht mimte. Erst 1926 drehte er wieder - eher zufällig - mit Stan Laurel. Von da an allerdings kontinuierlich, wenn auch zunächst nicht als richtiges Duo. Als die beiden dann noch zu Stummfilmzeiten zu ihrem Format fanden, war ihr Erfolg überwältigend. Insgesamt standen sie für über 100 Kurz- und Langspielfilme vor der Kamera.

Die Karriere kam mächtig in Schwung und es entstanden Laurel-&-Hardy-Klassiker wie "Sailors, Beware!" (1927), "The Second Hundred Years" (1927), "The Battle Of The Century" (1927), die Lachgas-Nummer "Leave 'em Laughing" (1928), "The Finishing Touch" (1928), "Two Tars" (1928), "Habeas Corpus" (1928), "Laurel & Hardy - Die Sache mit der Hose" (1929), "Wrong Again" (1929), "That's My Wife" (1929) und "Bacon Grabbers" (1929).

Auch die Einführung des Tonfilms konnte dem inzwischen überaus populären Duo wenig anhaben, obwohl der Trend nun eher zu langen Spielfilmen ging. So folgten neben weiteren bemerkenswerten Kurzfilmen wie "Brats" (1930), "Laurel & Hardy - Unterschlagene Noten" (1930), "The Music Box" (1932), "Laurel & Hardy - Jene fernen Berge" (1934) und "Laurel & Hardy - Wie du mir, so ich dir" (1935) bald auch die ersten Ton-Langfilm-Klassiker wie "Pardon Us" (1931), "Dick und Doof als Rekruten" (1932), "Laurel & Hardy - Die Wüstensöhne" (1933), "Babes In Toyland" (1934), "Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment" (1935), "Our Relations" (1936), "Laurel & Hardy - Im Wilden Westen" (1937) und "Laurel & Hardy - Lange Leitung" (1938).

Doch nach ihrem Bruch mit Hal Roach - 1940 - verloren ihre Filme auch merklich an Qualität und die folgenden Werke lassen nur noch die hohe Kunst der Komik erahnen. Da diese Filme auch nur noch mäßig erfolgreich waren, versuchte das Duo nach Ende des Krieges in Europa mit Tourneen ihr Glück und war damit sehr erfolgreich. Als die beiden 1948 in die USA zurückkamen, stellte sich heraus, dass Stan an Diabetes litt. 1950 hatte er sich davon einigermaßen erholt, und so drehten Stan und Ollie nach fünfjähriger Leinwand-Abstinenz den schlechtesten Film ihrer Karriere: "Atoll K". Bei einer erneuten Tournee durch Großbritannien erlitt Ollie eine Herzattacke, zu der sich zu allem Übel auch noch eine Lungenentzündung gesellte.

Zurück in den USA schlugen auch Pläne fehl, das Duo im TV zu erneuter Popularität zu verhelfen. Denn im September 1956 erlitt Ollie einen Schlaganfall, der ihn nahezu bewegungsunfähig machte. Oliver Hardy starb am 7. August 1957 und damit sicherlich auch ein Teil von Stan Laurel. Stan wurde vom Arzt untersagt an Ollies Beerdigung teilzunehmen. Später sagte Stan dazu: "Es war vielleicht besser so, vielleicht hätte ich dort nur etwas Lustiges gesagt oder getan, um den Schmerz zu verbergen - und Babe (der Nickname von Oliver Hardy) hätte es verstanden. Aber ich glaube nicht, dass es die anderen auch kapiert hätten. Er war wie ein Bruder zu mir. Es war schon komisch, dass wir uns erst so richtig kennengelernt haben, als wir zusammen auf Tournee gingen. Denn immer wenn wir Filme gedreht haben, drehte sich eigentlich alles ums Geschäft - obwohl wir auch eine Menge Spaß dabei hatten."

Weitere Langfilme mit Oliver Hardy: "Dick und Doof - Hände hoch, oder nicht" (1933), "Hollywood Party" (1934), "Laurel & Hardy - Werden Papa" (1936), "Sternschnuppen" (1937), "Dick und Doof als Salontiroler" (1938), "Zenobia", "Laurel & Hardy - Auf hoher See", "Dick und Doof in der Fremdenlegion" (alle 1939), "Laurel & Hardy - Wissen ist Macht" (1940), "Schrecken der Kompanie" (1941), "Dick und Doof in geheimer Mission" (1942), "Schrecken aller Spione", "Die Wunderpille", "Dick und Doof - Die Tanzmeister" (alle 1943), "The Big Noise", "Laurel & Hardy - Die Leibköche Seiner Majestät" (beide 1944), "Dick und Doof als Stierkämpfer" (1945), "In letzter Sekunde" (1949), "Lach und wein mit mir" (ungenannt, 1950) und "Laurel & Hardy - Ein Tollpatsch kommt selten allein" (1982).

Zur Filmografie von Oliver Norvell Hardy
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