10.08.2020 Reise

Romantik hinter Zinnen

Von Marcus Italiani

Wehranlage, Panoramalieferant und Dreh- und Angelpunkt vieler Mythen und Legenden: Burgen inspirieren ihre Besucher seit vielen Jahrhunderten. Wenn man die trutzigen, aber oft romantischen Festungen betritt, dann streift einen nicht nur der Hauch der Geschichte – man ist plötzlich selbst ein Teil des Abenteuers.

Natürlich dienten die oft gewaltigen Anlagen zumeist einem eher unromantischen Zweck. Es ging darum, Regionen gegen Feinde zu sichern und das umliegende Land zu kontrollieren. Die meisten Burgen wurden daher auf erhöhten Positionen wie Felsvorsprüngen oder Bergen gebaut, um eine möglichst weite Sicht zu haben. Nicht selten ließen die Burgherren zu diesem Zweck auch die umliegenden Wälder roden. Vor den abweisenden Mauern dieser "Höhenburgen" befand sich oft ein Burggraben, über den eine Zugbrücke führte, die bei ungebetenem Besuch eingeholt wurde. Auf dem Wehrgang erkannten Wachen nahende Besucher schon früh. Andere Festungen, sogenannte "Niederungsburgen", wurden im Flachland errichtet, meist auf Inseln in Seen oder umgeben von Sumpfland.

Viele der uralten Bauten haben bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. Ihre Wehrgänge, Burgfriede, Verliese und Hallen sind immer noch der Stoff, aus dem diverse Träume sind. Denn auch heute, lange, nachdem der letzte Ritter seine Rüstung ablegen musste und das letzte Turnier ausgefochten war, herrscht in unserer modernen Welt eine Sehnsucht nach den märchenhaft verklärten Zeiten, die alle Teile der Gesellschaft erfasst. Daher sollten Burgfreunde die Gelegenheit nutzen, sich bei einer ausgiebigen Tour gleich mehrere der steinernen Zeitzeugen anzuschauen. Zum Beispiel auf der Burgenstraße zwischen Mannheim und Bayreuth. Rund 60 Burgen und Schlösser warten entlang der 780 Kilometer langen Strecke auf die Touristen. Darunter solche Publikumsmagnete wie das Barockschloss Mannheim, Burg Hirschhorn, Schloss Heidelberg, Rothenburg oder die Kaiserburg Nürnberg. Viele Tipps rund um einen faszinierenden Burgen-Urlaub erhält man unter www.burgenstrasse.de.

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Eine sagenumwobene Ferienroute ist die Deutsche Märchenstraße zwischen Hanau und Lahntal. Über 600 Kilometer streift sie verwunschene und geheimnisvolle Orte und Burgen aus den Märchen der Gebrüder Grimm. Infos: www.deutsche-maerchenstrasse.com

Wanderern bieten sich in allen Teilen der Republik wunderbare Gelegenheiten, die mittelalterlichen Trutzbauten zu erkunden und sich vom geschichtlichen Flair und den herrlichen Ausblicken einnehmen zu lassen. Egal, ob man sich die mächtige Hohenzollern-Burg bei Bisingen vornimmt und den beeindruckenden Salon der Königin inspiziert, den Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Burg bei Solingen besucht, in Dankwarderode bei Braunschweig auf den Spuren Heinrichs des Löwen wandelt oder sich auf der Wartburg in die Stimmung des dort in seiner Arbeitsstube brütenden Martin Luther versetzt – Geschichte ist in diesen Mauern definitiv noch lebendig. Infos: www.burgen.de

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