Ob Kurztrip oder Kreuzfahrt: Der richtige Koffer steigert das Reisevergnügen. Mit diesen Tipps und Fragen gehen Sie gut vorbereitet in den nächsten Kofferkauf.

Bevor Sie die Qualität eines Gepäckstücks prüfen – was für eins darf's sein? Die Übersicht listet ausgewählte Attributeigenschaften auf.

Weiches Außenmaterial: Textilien und Kunststoffe wie Nylon und Polyester machen Reisetaschen leicht sowie flexibel beim Packen, Tragen (Hand, Schulter, Rücken) und Verstauen (Ecken, Nischen). Je fester gewebt, desto robuster und wetterbeständiger. Vorteil: preisgünstig. Plus: Erweiterungsmöglichkeit durch Reißverschlüsse.

Hartschale: Leicht nachgiebiges Material wie Polycarbonat oder Curve macht Koffer leicht abwaschbar und unempfindlich gegen Stöße, etwa beim Transport ins und aus dem Flugzeug. Vorteile: Festes Format, übersichtlich und flach zu packen, wetterfest, geringes Gewicht. Nachteil: kann teurer werden.

Hybrid: Mix aus Hart- und Weichschale. Vorteil: geschützte Kanten.

Rollen: Wer sein Gepäck auf längeren, ebenen Strecken transportiert, fährt mit Rollen gut (optional zur Verkleinerung abnehmbar). Auf vier (Doppel-)Rollen zieht oder schiebt sich der Koffer stabil, lässt sich drehen ("Spinner") und gerade aufstellen. Zwei Rollen eignen sich zum Hinterherziehen und bei Höhenunterschieden (Stufen, Bordsteine). Nachteil: nur schräg stellbar.

Tragegriff: Zum Ziehen eignen sich ausziehbare, auf die Größe anzupassende Teleskopgriffe. Wer tragen will, braucht Henkel oder Gurte mit angenehmer Haptik.

Format: Lange Reisen erfordern einen größeren Koffer als Kurztrips. Wichtige Fragen: Soll er darüber hinaus die vorgegebenen Handgepäck- Maße gängiger Airlines einhalten? In enge Gepäckfächer in der Bahn oder den Fußraum eines Pkw passen? Wo verstauen Sie ihn zuhause, im Ferienhäuschen? Wechseln Sie oft den Ort oder tragen Ihr Gepäck längere Zeit? Ist Stapeln beim Packen okay?

Fächer: Separate Fächer im Inneren ermöglichen Ordnung. An Fächer im Außenbereich kommt man unterwegs bequem heran (Laptop, Papiere, Schlüssel).

Verschluss: Schnapp-Schlösser neigen zum Verschleiß (abschließbar für mehr Sicherheit), Zahlenschlösser brauchen Konzentration, Reißverschlüsse schließen leicht und flächig. TSA-Schlösser (Transportation Security Administration) sind bei USA-Reisen ratsam: Sicherheitsbeamte können sie bei einer Durchsuchung ohne Aufbrechen öffnen.

Farbe: Acht von zehn Koffern sind schwarz oder anthrazit. Wollen Sie einen von denen, kennzeichnen Sie ihn mit Aufklebern, Gurten oder Tüchern. So finden Sie ihn leichter auf dem Kofferband. Besser: Farbe bekennen!

Identifikation: Jede Tasche sollte einen von Unbefugten nicht einsehbaren Anhänger mit Ihren Kontaktdaten tragen. Hängt so einer Ihrem Koffer beim Kauf nicht an, besorgen Sie ihn separat. Falls der Anhänger wider Erwarten abreißt, sollte Ihre Anschrift auch im Koffer-Inneren liegen.

So erkennen Sie einen guten Koffer: Der Koffer-Test der Stiftung Warentest (10/2016) zeigt: Qualität muss nicht teuer sein. Achten Sie neben der einfachen Handhabung in der Praxis gemäß Ihren persönlichen Anforderungen auf geringes Eigengewicht sowie rundum ordentliche Verarbeitung. Verschlüsse sollten nicht klemmen, alle Nähte und Elemente solide, das Material robust und wetterfest sein. Rollen sollten auf jedem Boden leise fahren und fest sitzen. Teleskopgriffe müssen stabil sein und gut in der Hand liegen. Gurte (fördern Halt!) im Inneren brauchen ausreichend Spiel, um den Inhalt nicht zu quetschen. Schadstoffe, etwa Weichmacher im Griff meiden – achten Sie auf aktuelle Tests. Bestellen Sie online, bestehen Sie auf einer umfassenden Beschreibung und Ihrem Recht auf Rückgabe bei Mängeln.