Bergurlaub – da denkt man schnell an Großglockner, Matterhorn, Mont Blanc. Doch auch jenseits der Alpen locken wundervolle Regionen, die hoch hinaus führen. prisma stellt Ihnen sieben europäische Alternativen für den perfekten Bergurlaub vor.

Bayerischer Wald, Deutschland/Tschechien

Grünes Dach Europas wird das Mittelgebirge genannt: Der Bayerische Wald, der sich vom Osten Bayerns über rund 100 Kilometer bis ins tschechische Böhmen er-streckt, gilt als größtes Waldgebiet Mitteleuropas. Auf die Urlauber warten unter anderem 7000 Kilometer markierte Radwege, Eiszeitseen, Flüsse, Obstwiesen, urige Dörfer, eine Westernstadt und einer der schöns-ten Fernwanderwege Europas, der Goldsteig (660 Kilometer). Gipfelstürmer können mehr als 130 Tausender – so werden Berge zwischen 1000 und 1999 Metern Höhe genannt – erklimmen. Der "Große Arber" ist mit 1 456 Metern der höchste. Wer ohne sportliche Herausforderung die spektakuläre Aussicht genießen will, nutzt für den Aufstieg die Gondelbahn. www.bayerischer-wald.de

Serra da Estrela, Portugal

20.000 Jahre sind sie alt, die Gletscher-täler Zêzere, Alforfa, Loriga, Covão Grande und Covão do Urso in der Serra da Estrela. Die von einst schmelzenden Eismassen und abstürzenden Granitblöcken geprägte Kulisse mit Trogtälern und Findlingen gilt als einzigartig in Portugal. Ein Gourmet-Tipp sind die regionalen Käse-Spezialitäten. Mit dem Rad gelangt man bis zum höchsten Berg, dem Torre (1993 Meter). In den umliegenden, teils historischen Dörfern gibt es Kunsthandwerk zu entdecken. www.visitportugal.com/de

Sierra Nevada, Spanien

Mulhacén und Veleta: So heißen die beiden höchsten Gipfel in der Sierra Nevada. Die Landschaft in der Region Andalusien reicht vom südwestlichen Granada bis in den Osten der Provinz Almería. 1986 erklärte die Unesco das Bergmassiv, das als Europas südlichstes Skigebiet meist zwischen November und Mai Schnee trägt, zum Biosphärenreservat. Weit mehr als 2000 Pflanzenarten sowie zahlreiche Tiere, wie etwa Schneemaus und Steinadler, prägen das Bild. Wassersport-Aktivitäten (Rafting, Kajaking, Kanufahren und Canyoning) sind in der Sierra Nevada genauso beliebt wie Wandern, Klettern und Mountainbiking. www.spain.info

Pyrenäen, Südfrankreich/Spanien

Vier Departements (Ariège, Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Orientales), 430 Kilometer Bergkette, ein Nationalpark: Das sind die Pyrenäen im französischen Okzitanien, die im Westen die natürliche Grenze zum spanischen Katalonien bilden. Der rund 100 Kilometer lange Nationalpark in den Zentralpyrenäen reicht vom Aure- bis zum Aspe-Tal und beherbergt unter anderem den gigantischen Felsenkessel Cirque de Gavarnie, einen der bekanntesten im Umland, aus Eisgletschern entstanden. 1997 wurde das mehr als 30.000 Hektar weite Gebiet mit seiner üppigen Flora und Fauna zum Unesco-Weltkulturerbe. Der fast 2900 Meter hohe Pic du Midi de Bigorre ist ein Tipp für Sterngucker bei Nacht. Und auf dem Fernwanderweg GR 10 erleben Urlauber die Pyrenäen ganz direkt zu Fuß oder per Rad. www.tourismusoccitanie.de

Galdhøpiggen, Norwegen

Raue Oberflächen, gezackte Spitzen, harsches Geröll, Kiefern und Gebirgspflanzen finden Wanderer auf dem Galdhøpiggen im Jotunheimen­-Gebirge in Ostnorwegen. Der 2469 Meter hohe Gipfel überragt als höchster in ganz Skan­dinavien die restlichen rund 250 Tau­sender und Zweitausender im Land. In dem rund 3500 Quadratkilometer gro­ßen Areal befindet sich Norwegens bekanntester Nationalpark. Radfahren in unberührter Natur, aber auch Glet­scherwandern, Caving, Canyoning, Reiten und Rafting sind einige Bei­spiele, wie man diese Bergregion erleben kann. Jotunheimen-­Fans emp­fehlen eine Wanderung über den Besseggen­-Kamm, von der Memurubu Turisthytte zur Gjendesheim Turisthytte. Aussichts­-Highlight: der sehr oft smaragdgrün schimmernde See Gjendevatnet. www.visitnorway.de

Karpaten, Rumänien

Über acht Länder erstreckt sich das Hochgebirge: Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn sowie, in kleinerem Aus­maß, Österreich, Serbien, Tschechien und die Ukraine. Auf rumänischem Boden verläuft die Bergkette von Norden nach Süden. Die Ostkarpaten hat die Republik für sich al­lein, auch das Făgăraș­-Ge­birge als Teil der Transsilva­nischen Alpen (Südkarpa­ten) mit dem 2540 Meter hohen Moldoveanu ist ru­mänisch. Anders als manche Bergregionen in Europa bie­ten die rumänischen Karpa­ten – hierzulande vor allem durch Vampirgeschichten bekannt – Individualreisenden die Möglichkeit, sich in einer touristisch wenig erschlosse­nen Umgebung zu bewegen. Der Blick reicht von Nadelwäl­dern über Bergseen bis hin zu Felsformationen. www.karpaten.de

Olymp, Griechenland

Ein Hauch Mythologie umgibt den Olymp auch heute noch – immerhin gilt das höchste Gebirge Griechenlands als Sitz der olympischen Götter, darunter Zeus, Poseidon und Aphrodite. Rund 260 Kilometer nördlich von Athen und knapp 80 Kilo­meter südlich von Thessaloniki gelegen, prägen eine bunte Flora und Fauna das seit 1938 unter Naturschutz stehende Areal: Mehr als 1700 Pflanzenarten, 30 Säugetierarten, 100 Vogelarten und fast 20 Reptilien leben im 1981 deklarierten Biosphärenreservat. Trekking, Paragliding und Klettern – mit 2918 Metern ist der Mytikas der höchste Gipfel – gehören zu den möglichen Aktivitäten ebenso wie Rafting, Mountainbi­king oder Jeep­Safaris. Auch in Trekkingschuhen lässt sich der Olymp in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erwandern. Eine leichte Route verläuft von Krevatia Vrontous über Papa Aloni nach Aghia Triada. www.discovergreece.com