Von einfach bis anspruchsvoll – drei Routen, die eine Wanderung wert sind.

Auf dem Lieserpfad durch die Vulkaneifel

Manuel Andrack, ehemaliger Co-Moderator von Harald Schmidt und seit vielen Jahren Autor von Wanderbüchern, nennt sie "die schönste Streckenwanderung der Welt": die 43 Kilometer entlang des Lieserpfads zwischen Daun und Wittlich in der Vulkaneifel. Aufgeteilt in zwei Tagesetappen, wartet die Route mit allen Besonderheiten auf, die die Eifel zu bieten hat: breite Waldwege und steile Anstiege, schmale Stege entlang der Berghänge mit Blick auf das Liesertal, das Gemündener Maar und die mächtigen Ruinen der Ober- und Niederburg in Manderscheid. Den richtigen Weg weist ein schwarzer Keil auf weißem Grund, der die Wanderrichtung anzeigt. Als Teilstück des Erft-Lieser-Mosel-Weges ist der Lieserpfad gut ausgebaut, festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind empfehlenswert. Insbesondere die zweite Etappe ist mit ihren 750 Metern Höhenunterschied anspruchsvoll, belohnt aber immer wieder mit wildromantischen Ausblicken auf die Burgen und ins Flusstal. Besonders mystisch ist die Stimmung morgens, wenn häufig noch Nebelschwaden durch den Wald ziehen. Genügend Wasser und Proviant dürfen nicht fehlen, denn die Einkehrmöglichkeiten sind rar auf dem Lieserpfad. Während auf der ersten Etappe etwa eine Stunde nach dem Start die Üdersdorfer Mühle und das Haus Sonnenschein mit leckeren Kleinigkeiten auf hungrige Wanderer warten, müssen am zweiten Tag sechs bis sieben Stunden bewältigt werden, ehe die Alte Pleiner Mühle entlang des Weges auftaucht. Von dort dauert die Wanderung bis zum Endpunkt in Wittlich noch eine gute Stunde.

Länge: 43 Kilometer
Startpunkt: Daun
Endpunkt: Wittlich
Profil: anspruchsvoll

Übernachtung: Der Kurort Manderscheid bietet sich als Ausgangspunkt für beide Etappen und damit auch als Übernachtungsort an (www.manderscheid.de). Zum Start der ersten Etappe fährt ein Bus nach Gemünden (Haltestelle Maarstraße). Die zweite Tagestour beginnt in Manderscheid und endet in Wittlich. Von dort geht es per Bus zurück zum Hotel.

Über den Storchenwanderweg um den Beetzsee

Der Storchenwanderweg im Havelland verbindet zwei Dinge, die typisch sind für Brandenburg: In sanften Kurven schlängelt er sich rund um den Beetzsee, eines von rund 3000 Gewässern im Land, und gibt dabei immer wieder Blicke frei auf die zahlreichen Storchenhorste in der Region. Zwischen März und Mai legen die Riesenvögel ihre Eier, gut 30 Tage später schlüpft der Nachwuchs. Die beste Zeit, um die Störche bei der Nahrungsbeschaffung außerhalb der Nester zu beobachten.

Vom Startpunkt im mittelalterlichen Brandenburg an der Havel mit dem imposanten Dom aus dem 12. Jahrhundert führt der 37 Kilometer lange Rundweg über das Erholungsgebiet "Fuchsbruch" in Lünow zum Beetzsee. Die mit einem grünen Storch auf weißem Grund markierte Route führt durch offene Wiesenlandschaften und einen Birkenwald, passiert ein Sumpfgebiet und nähert sich immer wieder dem schilfgesäumten Seeufer an. Die meisten Orte entlang der Strecke halten Einkehrmöglichkeiten bereit. Lohnenswert ist die Besichtigung der denkmalgeschützten Bockwindmühle in Ketzür. Dort, nach etwa 22 Kilometern, bietet sich bei einer Zweitagestour die Übernachtung an.

Weiter geht es auf der zweiten Etappe entlang des Westufers des Beetzsees, über Felder und Wiesen. In Brielow ist die gewaltige, mehr als 400 Jahre alte Schwedenlinde einen Abstecher wert. Storchenhorste finden sich in fast allen Ortschaften rund um den Beetzsee – Fernglas nicht vergessen.

Länge: 37 Kilometer
Start- und Endpunkt: Brandenburg an der Havel
Profil: einfach

Übernachtung: Christel's Pension und Café, Ferienwohnung Rohrschneider oder Ferienwohnung Familie Kothe: www.bockwindmuehle-ketzuer.de

Wandern am Wattenmeer

Das deutsch-niederländische Wattenmeer ist ein Naturparadies, das es auf der Welt kein zweites Mal gibt. Kilometerweite Sandbänke, saftiges Marschland, eine einzigartige Flora und Fauna, der Duft von Meersalz in der Luft – wandernd lässt sich die faszinierende Landschaft am intensivsten erleben.

Rund 1200 Wegekilometer hat die niederländische Vereinigung "Waddenwandelen" grenzübergreifend erfasst. Zwei charakterlich unterschiedliche Tagestouren unweit der niedersächsischen Grenze lassen sich gut zu einem Wanderwochenende verknüpfen: "De Graanrepubliek" in Bad Nieuweschans und "Wasserstraßen und Siele" rund um Delfzijl.

Die erste Route lässt Wanderer die lebendige Geschichte der früheren "Kornkammer der Niederlande" erleben, in denen tiefe Gräben zwischen reichen Gutsherren und armen Landarbeitern herrschten. Noch heute zeugen verbliebene Gutshöfe entlang des Weges vom damaligen Reichtum, während das weitläufige Wiesen- und Ackerland das Ausmaß der Feldarbeit erahnen lässt. Die Wanderung führt – immer den blau-roten Markierungen folgend – über Gras und asphaltierte Wege, vorbei an Gehöften und einem Kanal. Möglichkeiten zur Einkehr gibt es nur am Start- und Zielort in Bad Nieuweschans.

Tag zwei steht im Zeichen der Wasserstraßen. Die 16,3 Kilometer lange Route führt teilweise direkt über den Deich – mit etwas Glück grasen Schafe am Hang. Bei den Warftendörfern Biesum und Uitwierden verläuft der Weg an einer alten Wasserkuhle vorbei. Die Wanderung beginnt und endet am Monument für den niederländischen Mundart-Sänger Ede Staal in Delfzijl. Dort im Ort gibt es auch die einzige Verpflegungsmöglichkeit auf dieser Tour.

Tag 1: De Graanrepubliek (Die Getreiderepublik)
Länge: 17,9 Kilometer
Start- und Endpunkt: Bahnhof Bad Nieuweschans, Niederlande
Profil: einfach

Tag 2: Wasserstraßen und Siele
Länge: 16,3 Kilometer
Start- und Endpunkt: Delfzijl, Niederlande
Profil: einfach

Übernachtung: Auf dem Weg von Bad Nieuweschans nach Delfzijl liegt das Hotel Termunterzijl direkt an der Ems (Infos: hoteltermunterzijl.nl). Weitere Hotels, Pensionen und Apartments: www.waddenwandelen.nl/de

Hier finden Sie die GPX-Daten für den Lieserpfad von Daun nach Manderscheid sowie zur Rundwanderung Beetzsee.