Blütenpracht pur: Pünktlich zum Frühlingsanfang hat am 21. März der Keukenhof im niederländischen Lisse seine Tore geöffnet. Farbenfrohe Blütenteppiche, herrlich gestaltete Gärten und der Duft frischer Blumen locken wieder Besucher aus ganz Europa an – zum inzwischen 70. Geburtstag des Blumenparks. prisma war für Sie vor Ort und hat "Ein Wochenende" auf dem Keukenhof verbracht.

Der Ruf des weltschönsten Frühlingsparks kommt nicht von ungefähr: Kein anderes Areal zeichnet sich durch eine solche Menge und Vielfalt an Blumen und weiteren Pflanzen aus. 40 Gärtner setzen jedes Jahr aufs Neue, immer zwischen Ende September und Ende November, per Hand rund sieben Millionen Zwiebeln in die Erde. Gut 1600 Blumenarten erwachsen daraus, allen voran Tulpen – ein Wahrzeichen der Niederlande –, Hyazinthen, Narzissen und Nelken. Im Gewächshaus sind unter anderem Rosen und Callas zu bewundern.

Geliefert werden die "Bollen" von etwa 100 Züchtern, den Hoflieferanten, die im Park ihre schönste Frühjahrsblumenauswahl präsentieren. Jede von ihnen hat ihr eigenes Konzept, gestaltet und positioniert vom hauseigenen Gartenarchitekten des Keukenhofs (gesprochen: Kökenhof ), der für seine Kreationen neben den Blütenfarben auch deren Höhe und Blütezeit berücksichtigt.

Flower-Power zum Geburtstag

Nicht nur die Anmutung des 32 Hektar großen Parks wechselt von Jahr zu Jahr, sondern auch das Motto. Diesmal lautet es "Flower Power". Annemarie Gerards-Adriaansens, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Parks, erklärt, was es damit auf sich hat: "Blumen haben eine enorme Kraft. Sie verbinden die Menschen aus aller Welt – hier im Keukenhof genießen sie gemeinsam die Blüten, Düfte und Farben."

Rund eine Million Besucher zählen die Parkbetreiber jedes Jahr, drei von vier Gästen reisen extra aus dem Ausland an. "Flower Power" solle gleichzeitig an die Atmosphäre der 70er-Jahre erinnern, sagt Gerards: grelle Farben, friedliche Hippies, Musik. Auch eine Anspielung auf den runden Geburtstag des "Küchenhof"“, der 2019 schon 70 Jahre alt wird. Anfang des 15. Jahrhunderts entstand er aus einem kleinen "Keukenduin", einem Kräutergarten. Damals ehörte das Landgut nahe Schloss Teylingen der Gräfin Jakobäa von Bayern. Bis heute sind Kräuter ebenso wie mehrere tausend Bäume Bestandteile des Keukenhofs.

Besucher können den Park auf 15 Wanderwegen erkunden und vom englischen bis zum japanischen Garten, vom historischen Garten mit alten Tulpensorten bis zu den Inspirations-Gärten flanieren. Letztere sind nicht nur bei Selfie-Freunden beliebt, sondern bieten auch viele Anregungen, die Sie mit nach Hause nehmen können. Der Happiness Garden zum Beispiel kombiniert heitere Schönheit und Ruhe, den Ibiza-Garten prägen Palmen, wellige Blumenränder, Sand und Hängematten, und der "Love & Peace Garten" gilt als romantischer Geheimtipp im Keukenhof.

Die Tulpe, eine besondere Blume

Weil die Tulpe im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, zeigt beispielsweise der Willem-Alexander-Pavillon unzählige blühende Tulpen, während der Juliana-Pavillon in Form einer Ausstellung Wissenswertes über diese Pflanze erzählt: etwa über ihre Geschichte, die sogenannte Tulpenmanie im 17. Jahrhundert, und die Symbolhaftigkeit der Blume. Und so erfahren die Besucher, dass damals für einige Tulpen astronomisch hohe Beträge von mehr als tausend Gulden bezahlt wurden. 1637 brach der völlig aus dem Ruder gelaufene Tulpenmarkt zusammen und Tausende waren innerhalb kurzer Zeit ruiniert.

Wenn auch Sie ein Wochenende auf dem Keukenhof verbringen, dann gehen Sie unbedingt ins Gewächshaus. Und genießen Sie dort bei einem Tee oder Kaffee den Blick auf den Blumenhügel hinter dem Inspirationsgarten. "Dort sind mehrere Sorten durcheinander gesetzt. Wunderschön anzusehen – mein absoluter Geheimtipp", sagt Annemarie Gerards. Ganz jungen Besuchern empfiehlt sie die Schnitzeljagd, die am Parkeingang beginnt und anhand von Aufgaben quer durch das Gelände führt. Am Ende gibt es für alle kleinen Tulpenexperten ein Geschenk. Auch im Streichelzoo, im Labyrinth und auf den Spielplätzen können sich die Kinder vergnügen.

Und denen, die das Blumen-Gefühl ihres Wochenend-Besuchs auf dem Keukenhof mit nach Hause nehmen möchten, rät Gerards: "Lockern Sie in Ihrem Garten erst den Boden und pflanzen Sie die Zwiebeln in eineinhalbfacher Zwiebeltiefe. Dann haben Sie nach dem Frost richtig viel Freude an Ihren Lilien, Dahlien und Gladiolen!"