Mehr als zwei Millionen deutsche Urlauber pro Jahr zieht es aufs Meer, Tendenz steigend. Kreuzfahrten liegen im Trend, denn sie bieten ein Rundum-sorglos-Paket: Täglich eine neue Destination, kulinarische Vielfalt, ein buntes Entertainmentangebot und das Hotel fährt immer mit.

Doch während man bei einem Urlaub an Land noch viele Details vor Ort entscheiden kann, ist man auf hoher See auf das Angebot der Reederei beschränkt. Umso wichtiger ist es, sich nicht nur bewusst für eine Route, sondern auch für das richtige Schiff zu entscheiden. Dank der wachsenden Nachfrage wird das Angebot nämlich immer differenzierter.

Premium und alles inklusive

Populär geworden ist das Urlaubskonzept Kreuzfahrt in Deutschland dank AIDA Cruises. So ist es kaum verwunderlich, dass die Kussmundflotte aus Rostock mit locker-legerem Ambiente und Buffetkonzept den Status des Marktführers beansprucht und etwa die Hälfte aller deutschen Kreuzfahrer auf sich vereinigt.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Seit zehn Jahren erarbeitet sich ein Joint  Venture zwischen der TUI und dem US-amerikanischen Anbieter Royal Caribbean eine stetig wachsende Fangemeinde. TUI Cruises verkauft sich über ein sogenanntes "Premium-alles-inklusive"-Konzept, bei dem die Getränke bereits im Reisepreis enthalten sind. Beide großen Anbieter wenden sich an ein breites Publikum: Ob Familien, Paare, sportlich Aktive oder Genießer – hier kommt jeder auf seine Kosten. Und dank der deutschen Bordsprache fährt die Heimat immer mit.

Urlaub für die ganze Familie

Wer es im Urlaub hingegen gerne international mag, für den eröffnet sich ein  breites Portfolio. So bezeichnet sich der Kreuzfahrtableger der Containerreederei MSC als mediterran – fünf Sprachen sind Standard an Bord. Dasselbe gilt auch für Costa-Kreuzfahrten, die italienische Schwester von AIDA.

Beide Anbieter sind gut für preisbewusste Familien geeignet, da Kinder meistens kostenfrei in der elterlichen Kabine mitreisen dürfen. Ein ausgefeiltes  Animationsprogramm für verschiedene Altersgruppen sowie Wasserrutschen und Kinderbuffets gehören selbstverständlich zum Programm. Mit mehreren hundert Kindern an Bord geht es natürlich auch lebhaft auf dem Sonnendeck zu.

Entspannt reisen ohne Kinder

Kinderlose Paare, die Entspannung suchen, orientieren sich daher gern eher in Richtung der Premiumanbieter, die keine speziellen Kindertarife bieten. Dazu zählen beispielsweise Holland America Line oder Celebrity Cruises. Hier wird Kulinarik großgeschrieben. Aber auch für Singles gibt es inzwischen angepasste Kreuzfahrtangebote.

Während Alleinreisende früher auf Schiffen für die Alleinbelegung einer Doppelkabine tief in die Tasche greifen mussten, führen immer mehr Reedereien nun auch Singlekabinen ein. Vorreiter in diesem Segment war die Norwegian Cruise Line, aber auch Royal Caribbean International und Cunard haben inzwischen Einzelkabinen.

Abendkleid oder Gummistiefel

Apropos Cunard: Wer von einer klassischen Atlantiküberquerung träumt, ist an Bord der Queen Mary 2 gut aufgehoben. Der letzte klassische Transatlantikliner fährt in der Tradition vergangener Zeiten rund die Hälfte des Jahres zwischen New York und Southampton und bietet nicht nur besonders viel Platz pro Passagier, sondern auch ein üppiges Tagesprogramm, sodass garantiert keine Langeweile aufkommt. Und es gibt sogar noch klassische Bälle an Bord, bei denen die feine Garderobe ausgeführt wird und sogenannte Gentleman Hosts mit den Damen tanzen.

Einen Gegenpol dazu bilden Expeditionskreuzfahrten – hier heißt es: Gummistiefel statt Abendkleid. Die Reisen konzentrieren sich auf das Naturerlebnis und führen häufig in abgelegene Regionen. Lektoren vermitteln Hintergrundwissen und begleiten die Ausflüge. Bei wissenschaftlichen Vorträgen bekommt die Bordsprache natürlich mehr Bedeutung.

Komplett deutschsprachig ist in diesem Bereich nur Hapag-Lloyd Cruises unterwegs. Aber es gibt auch andere Anbieter, die deutschsprachige Lektoren an Bord haben. Hier informiert man sich am besten bei einem Spezialveranstalter wie Polaris Tours, die ausschließlich kleine Schiffe im Portfolio haben.

Das ist wichtig, da in der Antarktis beispielsweise nur 100 Personen gleichzeitig an Land gehen dürfen, Schiffe mit mehr als 200 Passagieren an Bord können die Region nur am Rand streifen und gar nicht anlegen. Auch in der Arktis werden die Regeln strenger. Und die Chance, Eisbären zu sehen, steigt natürlich exponentiell, wenn ein kleines Schiff die Motoren herunterfährt und mit der Umgebung verschmilzt.

Flussfahrten für junge Passagiere

Noch kleiner werden die Schiffe auf den Flüssen. Amazonas oder Mississippi, Douro oder Götakanal – die Liste der potenziellen Fahrtgebiete ist lang.

Die Flusskreuzfahrtbranche kämpft seit einigen Jahren intensiv gegen ein angestaubtes Image. Ja, der Altersdurchschnitt an Bord ist höher als auf der hohen See, aber es gibt auch frische Produkte mit einem jüngeren Publikum.

So hat beispielsweise A-ROSA das Familiensegment erschlossen und 1AVista Reisen bietet die erste Donaureise für Jugendliche an.

Großer Pluspunkt: Bei keinem anderen Städtetrip entdecken die Gäste so entspannt drei europäische Hauptstädte in vier Tagen.