Sechs Bücher über das Wandern – von Fernweh, der richtigen Ausrüstung und kulinarischen Höhepunkten.

Wer hoch hinaus will, könnte eigentlich erst einmal gemütlich auf dem Sofa sitzen bleiben. Jede Wandertour will schließlich gut geplant sein, und das betrifft nicht nur die Wanderrouten selbst, sondern auch die eigene Vorbereitung. Von der Ausrüstung über die Gesundheit bis hin zu Fragen rund um die Etikette auf der Wanderung gibt es schließlich genügend Details, die beachtet werden wollen. Was also liegt näher, als es sich vor dem allerersten Schritt mit einem Stapel Fachliteratur zu Hause bequem zu machen und sich erst einmal einzulesen?

Und damit auch das schon ein Vergnügen wird, stellen wir ihnen sechs Bücher vor, mit denen Sie ganz sicher nicht nur unterhalten werden, sondern auch noch eine ganze Menge lernen.

Dominik Prantl: Gipfelbuch

Wie lässt sich ein Kuhangriff vermeiden? Muss beim Wandern gegrüßt werden? Und was ist ein Sackstich? Diese und etliche weitere Fragen beantwortet der Journalist Dominik Prantl in seinem schlicht betitelten "Gipfelbuch". Mehr als 300 Seiten geballtes und unterhaltsames Fachwissen, teils wissenschaftlich, teils aus eigenen Erfahrungen. Vom richtigen Packen des Rucksacks über die Berechnung des Proviants oder passende Techniken für Klettersteige bis hin zu kulinarischen Ausflügen wie einem Rezept für Murmeltierragout spart Prantl kaum ein Thema aus. So wird das Gipfelbuch tatsächlich zur "Standardausrüstung jedes Berggängers" und zu einem "Buch für all jene, die beim Anblick eines Gipfels nicht mehr zu halten sind". Ebenfalls von Prantl im Goldmann-Verlag erschienen ist das "Gipfellogbuch", das ausreichend Platz für persönliche Erlebnisse bietet und Ordnung in die Berg erinnerungen bringt. Infos zum Buch Dominik Prantl: "Gipfelbuch", erschienen im Goldmann-Verlag, 320 Seiten, 12,99 Euro.

Jarle Sänger: 111 Gründe, wandern zu gehen

Wer vielleicht noch gar nicht so weit ist, dass er beim Anblick eines Gipfels nicht mehr zu halten ist, sondern sich dem Thema Wandern erst einmal nähern will, ist mit Jarle Sängers "111 Gründen, wandern zu gehen" bestens bedient. Sänger, 1984 in Bonn geboren, ist schon seit frühester Kindheit Wanderer aus Leidenschaft. Als freiberuflicher Journalist hat er zudem "neben aufweckenden, ermutigenden und witzigen Erlebnissen" auf seinen Wanderungen auch spannende Einblicke hinter die Kulissen der deutschen Wanderbranche bekommen Und die verpackt er auf knapp 280 Seiten in eben die 111 Gründe, die auch Neulinge zum Wandern bringen sollen. Zum Beispiel den, dass Wandern eine sparsame Art des Reisens ist. Oder den, dass Wandern romantisch ist. Dass man lernt, Niederlagen einzustecken oder schlichtes Essen als Delikatesse wahrzunehmen. Ein echtes Motivationsbuch, nach dem man nichts lieber tun möchte, als den ersten Schritt zu wagen. Infos zum Buch Jarle Sänger: "111 Gründe, wandern zu gehen", erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 280 Seiten, 9,99 Euro.

Christine Thürmer: Laufen. Essen. Schlafen.

"Eine Frau, drei Trails und 12.700 Kilometer Wildnis" heißt das Buch der ehemaligen Managerin Christine Thürmer. Als die erfolgreiche Geschäftsfrau eines Tages ihren Job verliert, beschließt sie, sich auf den Weg zu machen und auf dem "Pacific Crest Trail" von Mexiko nach Kanada zu wandern. Ein Abenteuer, aus dem nicht nur eine unvergessliche Reise, sondern auch ein knapp 300 Seiten dickes Buch geworden ist. Und in dem beschreibt sie nicht nur all die Begegnungen und atemberaubenden Erlebnisse, sondern auch die Schmerzen, die Hindernisse und vor allem ihre ganz eigene Entwicklung auf diesem langen Weg durch Amerika. Und der wird am Ende länger, als sie geplant hat, denn nach den ersten 4277 Kilometern legt sie nicht einfach die Füße hoch, sie wandert weiter: auf dem "Continental Divide Trail" (4900 Kilometer) und dem "Appalachian Trail" (3508 Kilometer). Ein beeindruckender Reisebericht voller Schönheit, der neben Fernweh vor allem eins auslöst: Bewunderung. Infos zum Buch Christine Thürmer: "Laufen. Essen. Schlafen", erschienen im Malik-Verlag, 288 Seiten, 16,99 Euro.

Manfred Sallatzkat: Hauptsache Wandern

Manfred Sallatzkat, Jahrgang 1941, ist ehemaliger Bergbauangestellter. Doch nach seiner Frühpensionierung verfällt er dem Wandern und, dazu passend, etwas später dem Schreiben. Unterwegs ist Sallatzkat bevorzugt in den deutschen Mittelgebirgen, und genau darüber hat er auch dieses Buch geschrieben, einen Reisebericht im besten Sinn. Mit seinem 17 Jahre jüngeren Bruder ist er unterwegs im Teutoburger Wald, im Weserbergland, im Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald. Überall neue Begegnungen, neue Perspektiven, überall Erlebnisse, das beschreibt Sallatzkat uneitel und geradeheraus, sodass "Hauptsache Wandern" trotz des etwas einfallslosen Layouts ein Buch ist, das sich flüssig lesen lässt, das persönlich und humorvoll davon erzählt, was unterwegs so alles passieren kann. Vor allem mit dem Wanderer selbst. Infos zum Buch Manfred Sallatzkat: "Hauptsache Wandern", erschienen bei Edition Paashaas, 188 Seiten, 13,90 Euro.

Sebastian Herrmann: Über alle Berge

Auch Herrmanns Werk mit dem Untertitel "Ein Handbuch nicht nur für Gipfelstürmer" verspricht, "ein unverzichtbares Kompendium rund um die Berge" zu sein. Dafür mischt Herrmann, der als Journalist für die Süddeutsche Zeitung arbeitet, Tagebucheinträge über eigene Wanderungen mit Anekdoten, lexikonartigen Erklärungen ("Alpin-Vokabeln") von Begriffen wie "Desquamation" oder "Hängetrauma" sowie praktischen Tipps und Fakten über Berge und Täler rund um den Globus. Hat man sich an diese Mischung und den ganz eigenen Lesefluss aber erst einmal gewöhnt, ist "Über alle Berge" ein äußerst unterhaltsames Buch, in dem man unter anderem erfährt, was die Erstbesteigung des Nanga Parbat 1953 mit Doping zu tun hatte, was es mit einem Bier auf sich hat, das Herrmann "Prä-Inka-Urtyp" nennt, oder was der Begriff "Zwergentod" bedeutet. Nicht nur für besonders kleine Leser eine empfehlenswerte Lektüre! Infos zum Buch Sebastian Herrmann: "Über alle Berge", erschienen bei Piper, 256 Seiten, 8,99 Euro.

Andreas Dick und Georg Hohenester: 101 Dinge, die ein Wanderer wissen muss

Im Journalismus gibt es seit einigen Jahren den Trend, Informationen in sogenannten "Listicles" zu verpacken, in nummerierten Listen. Auch Andreas Dick und Georg Hohenester haben ihren Ratgeber so aufgebaut und sich 101 Fakten rund ums Wandern geschnappt. Durch sie erfährt der Leser praktische Tipps zur passenden Kleidung, zur richtigen Ausrüstung oder den vielen Gefahren, die beim Wandern warten können. Dazu gibt es aber auch Themen, die man so in nur wenigen anderen Ratgebern findet. Ein Kapitel über das Wandern mit Kindern etwa, das erst recht gut vorbereitet sein will. Oder ein Abschnitt zum Thema Wanderlieder. Oder einige Seiten über Wanderforen im Internet, in denen man sich zwar vielfältig informieren kann, in denen gerade Anfänger sich aber auch leicht verlaufen können. Und zu guter Letzt beantwortet das Buch auch Fragen rund ums Benehmen unterwegs wie die danach, wie man Wanderer richtig grüßt. Und da gibt es durchaus regionale Unterschiede. Infos zum Buch Andreas Dick und Georg Hohenester: "101 Dinge, die ein Wanderer wissen muss", erschienen im Bruckmann- Verlag, 192 Seiten, 14,99 Euro.