26.05.2020 Reise

Das Sauerland zum Entspannen

Von Lara Hunt

Abseits der Skisaison kann im Sauerland gewandert, gegessen und entspannt werden. Die Hotels setzen immer stärker auf Wellness. Ein Besuch in Schmallenberg.

Das Sauerland ist ein beliebtes Skigebiet. Und auch Junggesellenabschiede werden hier gerne gefeiert, insbesondere am "Ballermann des Sauerlands", wie Willingen ab und an umschrieben wird. Dabei geht es auch anders: Wer nach Erholung sucht, wird in Schmallenberg fündig. Auf 303 Quadratkilometern leben hier gerade einmal rund 25.000 Menschen. Das bedeutet: sehr viel Natur.

2500 Kilometer Wanderwege bietet Schmallenberg, mehr als 2400 Wegweiser sorgen dafür, dass beim Erkunden niemand verloren geht. Wer verschieferte Häuser und malerische Dorfansichten entdecken will, kann auf den Golddorf-Route zwölf Dörfer entdecken. Wer mehr Natur mag, kann entlang der Sorpe wandern, die später in die Lenne mündet oder auf dem Kyrillpfad wandeln. 2007 hat der Orkan viel Wald verwüstet – und damit für eine freie Aussicht auf die Landschaft gesorgt. Es gibt Fuchsbauten und Schmetterlinge zu entdecken. Ab und dann tuckert ein Traktor über die Straße. Sonst herrscht absolute Ruhe.

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Viele Hotels im Schmallenberger Sauerland und Umgebung haben sich mittlerweile auf Wellness konzentriert, um das Erholungs- und Entspannungsprogramm fernab vom Trubel perfekt zu machen. Eines der ersten war das Hotel Deimann in Schmallenberg-Winkhausen. Es ist das einzige Fünf-Sterne-Hotel im Sauerland, dabei hat die Familie, als sie den fünften Stern zum ersten Mal angeboten bekam, abgelehnt, erinnert sich Andreas Deimann, der das Hotel zusammen mit seinem Bruder Jochen leitet. Man wollte die Gäste – viele davon Stammkunden – nicht verschrecken.

Mittlerweile wird offensiver auf Luxus gesetzt, auch wenn in den Gängen des Hotels auf Schautafeln von den Anfängen erzählt wird, als Ende des 19. Jahrhunderts zum Bauernhof ein paar Gästezimmer hinzukamen und die Schreinerei nebenan dafür sorgte, dass nicht zu lange geschlafen wurde. Auf den barrierefreien Wegen findet sich hier eine Kommode, da ein altes Regal. Der Wellnessbereich ist großzügig gestaltet. Schwimmteich und Warmwasserbecken, finnische Sauna und Aromabad sind nur ein Teil der Angebote. Im Spa-Bereich arbeiten mehr als 20 Menschen und bieten Massagen, Gesichtsbehandlungen, Ayurveda und vieles mehr an.

Dabei steht beim Angebot für Gäste nichts still. Neben Wellness setzen die Hoteliers auf Genuss. Bruder Jochen ist Weinkenner und bringt die guten Tropfen vom Winzer ins Sauerland, wo er und der Sommelier sie präsentieren. Wer dazu die passende Kulinarik sucht, wird in der Hofstube fündig. Hier steht der Sternekoch Felix Weber in der Showküche und zaubert Sechs-Gänge-Menüs vor den Augen der Gäste. Wer mag, kann einen Kochkurs buchen.

Zu Fuß zu erreichen ist der Golfplatz mit 27 Loch. Er verfügt über einen zusätzlichen Sechs-Loch-Kurzgolfplatz, auf dem ohne Vorgabe und Mitgliedschaft auch Anfänger den Golfsport ganz in Ruhe für sich entdecken können. Das alles mit Blick auf den zum Rothaargebirge gehörenden Wilzenberg, der ebenfalls erwandert werden kann.

Schmallenberg ist klein, aber auf Touristen eingerichtet. Rund 6000 Menschen leben hier, dafür gibt es eine beeindruckende Zahl an kleinen Geschäften und inhabergeführten Boutiquen, eingeschlossen in ein Stadtbild, das durch Tafeln und Skultpuren viel Geschichte vermittelt, auch wenn die Gebäude nicht besonders alt sind. 1822 brannte Schmallenberg nieder. Danach wurde die Stadt komplett neu aufgebaut. Von der schweren Zeit nach dem Brand berichtet der Breybalg in der Innenstadt – eines der vielen kleinen Denkmäler, die es bei einem Stadtrundgang zu entdecken gibt. Der Künstler Werner Klenk hat den Mann mit aufgeblähtem Bauch erschaffen, der vor einer Schüssel Brei sitzt. Wieder ein Hinweis auf die Geschichte. Nach dem Brand 1822 drohten die Schmallenberger zu verhungern, die Nachbarorte erbarmten sich und halfen mit Getreide aus, der sättigte, aber den Bauch der Schmallenberger aufgebläht haben soll.

Auch heute helfen sich die Nachbarorte. Gemeinsam wurde die Schmallenberger Sauerland Card geschaffen, mit der kostenlos Bus und Bahn genutzt werden können und der Eintritt in viele der kleinen Museen kostenlos ist. Kinder können an den unter dem Dach des „Schmallenberger Kinderlands“ betriebenen Zusammenschluss ein Ferienprogramm mit Spaß auf dem Bauernhof, Kunst und verschiedenen Workshops erleben. Das lässt Eltern Zeit zum Wandern. Oder für die eine oder andere Wellnessbehandlung.

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