Reise Spezielle Angebote für Familien, Senioren oder Menschen mit Behinderung sind keine Seltenheit mehr – das gilt auch für den Wintersport.

Skifahren und Familienurlaub passen wunderbar zusammen – wenn die Voraussetzungen stimmen. Für Kinder muss es Möglichkeiten zum Spielen sowie kindergerechte Einrichtungen geben. Eine gute Skischule mit qualifizierter Betreuung sowie eine familien- und kinderfreundliche Unterkunft sind die Grundlage für einen harmonischen Familienurlaub im Winter. Familienfreundliche Skigebiete bieten außerdem Ermäßigungen auf Skipässe an. In einigen Orten ist der Skipass für die Kids in Begleitung mit einem Elternteil sogar kostenfrei.

Familienfreundliche Skigebiete

Bad Hindelang im Allgäu beispielsweise ist ein solches Paradies für Familien. Das Skigebiet im Ostrachtal am nördlichen Rand der Kalkalpen lockt mit Ski-Kindergarten, Kinder-Skischulen und speziellem Gelände: Das Schnee-Kinderland und der Schneeleo-Übungspark sind ein Lern- und Actionbereich auf 20.000 Quadratmetern mit Märchenwald, Figurenpark, Wellenbahnen, Steilwandkurven, Schanzen, Slalompisten, Spielhütte, Schneekarussell, Tubing-Bahn und einem Kinderland-Express durch das Skigebiet. In Zell am See befindet sich eines der familienfreundlichsten Skigebiete des Salzburger Landes. Auf dem Familien-Skiberg mit Kidsslope haben schon die Jüngsten, aber auch Anfänger die Möglichkeit, Skifahren spielerisch zu lernen.

In Warth-Schröcken begleitet Pauli, das Schneemann-Maskottchen, die Kinder durch den Skitag. Warth-Schröcken ist Teil des größten zusammenhängenden Skigebiets in Österreich mit mehr als 300 Pistenkilometern und Skirouten. Es gilt als besonders schneesicher und bietet viele familienfreundliche Unterkünfte mit guter Betreuung sowie zwei Kinderländer, Funslope und Speedcheck. Warth-Schröcken liegt im Norden von Ski Arlberg und bietet eine hohe Schneequalität bis in den Frühling mit überwiegend leichten und mittelschweren Abfahrten. Profis kommen auf den Tiefschnee-Hängen, Buckelpisten und anspruchsvollen Skirouten am Warther Horn (2275 Meter) und Saloberkopf (2050 Meter) auf ihre Kosten. Familien freuen sich über die vielen blauen Familienabfahrten im gesamten Skigebiet Warth-Schröcken. Ein Tipp für Anfänger und Kinder ist Pauli's Skirunde – der "Weiße Ring" für Kids. So kann das gesamte Skigebiet auf blauen Pisten umrundet werden. Snowpark, wöchentliche Rodelpartys, geführte Huskytouren und gemütliche Après-Ski-Angebote machen den Skiurlaub in Warth-Schröcken zum Familien-Erfolg.

Skiurlaub für Genussfahrer

Wintersport ist freilich keine Frage des Alters. Für viele Alpinfahrer geht der Pistenspaß erst mit 60 Jahren richtig los, denn immer mehr Skigebiete stellen sich auf sie ein und haben spezielle Angebote geschnürt. Das „Ski amadé Sixty Plus Package“ bietet zum Beispiel gemeinsam mit ausgewählten Unterkunftsbetrieben zu festgelegten Aktionszeiträumen nur für Personen über 60 Jahre ein spezielles Sieben-Tage-Programm. Mit 270 Skiliften und Seilbahnen ist „Ski amadé“ eines der größten Wintersportgebiete in Europa, das 25 Orte in den österreichischen Bundesländern Salzburg und Steiermark umfasst.

Im österreichischen Paznauntal, zu dem Ischgl, Kappl, See und Galtür gehören, gibt es für Gäste ab 60 Jahren 25 Prozent Nachlass auf den Mehrtages-Pass in der Silvretta-Arena. Das Gleiche gilt für den Großen Arber im Bayerischen Wald und den Weißsee-Gletscher nahe Salzburg. Auch die Italiener haben ein Herz für Senioren: Ab 60 gibt es 25 Prozent Rabatt auf den Großraumskipass im Aostatal. In den Nobel-Skiorten Lech/Zürs sowie in St. Anton, Sölden und Warth-Schröcken gelten die Angebote allerdings nur für die Damen – aber das sind immerhin zwei Drittel der Senioren, die sich auf den Brettern bewegen.

Wer ins Montafon reist, muss 62 Jahre sein, um in den Genuss eines Zehn-Prozent-Vorteils zu kommen. Richtig interessant wird es für Wintersportler ab 65 Jahren. Dann kommen auch die Herren im Ötztal in Sölden und am Arlberg in Lech/Zürs an die billigeren Liftkarten. Ab 70 Jahren geht es auch schon einmal gratis den Berg hinauf. Das gilt besonders in den französischen Alpen und im italienisch-französischen Skigroßraum Via Lattea. Profitabel gestalten sich dann auch die Ausflüge nach St. Anton und das verzweigte Gebiet in Lech/Zürs. Ab Jahrgang 1937 und älter gibt es das Tagesticket für zwanzig Euro und für eine komplette Saisonkarte sind lediglich 100 Euro fällig. Wer mit 80 noch fit für die Piste ist, den bringen die Bergbahnen von "Alpen Plus" kostenlos nach oben. Das Kaunertal, Pitztal, Stubaital, Steinach im Wipptal, das Alpbachtal und Sterzing in Südtirol sind das reinste Mekka für rüstige Senioren.

Barrierefreie Skigebiete

Was lange eine Seltenheit war, wird heute immer selbstverständlicher: Die Rede ist von Angeboten und Ausstattungen in Skigebieten oder Skihotels, die auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden können – etwa  im Berchtesgadener Land. Die Skiarena Obersalzberg, die Skilifte Roßfeld und das Skizentrum Götschen haben sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap eingestellt. Götschen ist sogar paralympischer Trainingsstützpunkt, daher ist das gesamte Skigebiet auf die Bedürfnisse von Sportlern mit Handicap ausgerichtet.

Gerade in Tirol haben sich solche Angebote etabliert. Mit modernen behindertengerechten Liftanlagen, hilfsbereitem Personal und Abfahrten für jede Könnerstufe und jeden Fahrstil bieten etliche Skigebiete uneingeschränkten Pistenspaß für Monoskifahrer. Sollte man noch eine passende Ausrüstung benötigen, kann diese bei örtlichen Fachgeschäften ausgeliehen werden. Zudem bieten diverse Skischulen Kurse mit speziell für den Monoskilauf und den Sehbehindertenunterricht ausgebildeten Skilehrern an.

Aufgrund der Kaunertaler Gletscherstraße, die bis ins Skigebiet direkt an die Pisten und Lifte führt, ist der Gletscher schon lange bei Menschen mit Handicap als gut zugängliches Skigebiet beliebt. Beim Umbau des Gletscherrestaurant "Weißsee" wurde bei Türen, Toiletten und Aufzug auf eine be-hindertengerechte Ausstattung geachtet. Egal ob mit Kinderwagen, Rollstuhl & Co. – mit der Gondelbahn "Karlesjoch" gelangen Besucher völlig barrierefrei und ohne Anstrengung vom Gletscherparkplatz bis zum höchsten Punkt des Kaunertaler Gletschers. Auf der Aussichtsplattform "Dreiländerblick" auf 3108 Meter eröffnet sich ein Blick auf die Bergwelt bis tief in die Schweizer Alpen.

Am Hintertuxer Gletscher nimmt man die behindertengerechte Auffahrt bis auf 3250 Meter und kann dort auf der Panoramaterrasse die Höhenluft genießen. Auch die Piste ermöglicht barrierefreies Skifahren. Viele erfolgreiche Behindertensportler nutzen den Gletscher als Trainingsgebiet. Zudem erwarten Gäste mit Behindertenausweis stark ermäßigte Preise.