Längst haben Smartphone-Apps und digitale Technik auch den Bergsport erreicht. Wir zeigen, was heute schon damit möglich ist.

Wer das Foto-Netzwerk Instagram nach dem Begriff "Gipfel" durchsucht, findet derzeit 31.536 Beiträge. Einige kuriose sind darunter, etwa das Bild zweier Sparschweine oder einige Fotos von Auflaufformen, das meiste aber sind Bilder von Bergen – stolze Selfies von Wanderern, die eine Etappe geschafft, einen Gipfel erklommen, ihr Ziel erreicht haben. Diese 31.536 Fotos zeigen: Das Smartphone ist heute immer dabei. Auch beim Wandern und Bergsteigen.

Doch nicht nur für Schnappschüsse oder Erinnerungsfotos taugen Smartphones auf solchen Touren, auch als praktische Begleiter haben sie sich längst etabliert. Der oft integrierte Kompass, digitales Kartenmaterial und vielfältige Wander-Apps helfen Naturfreunden bei der Orientierung. Doch was können all diese Helfer wirklich?

Zu allererst können sie Gewicht sparen. Gehörten Bücher und Wanderkarten früher oft noch als Standard in den Rucksack, kann das meiste davon heute zu Hause bleiben. Fast jedes Smartphone hat einen eigenen GPS-Sensor, mit dem sich die Position über das globale Navigationssatellitensystem bis auf wenige Meter genau bestimmen lässt, viele moderne Geräte verfügen darüber hinaus über Funktionen wie einen Kompass oder Höhenmesser, bei einigen gehören auch Thermometer, Feuchtigkeitsmesser oder Barometer zur Ausstattung.

Kein Netz? Diese Apps funktionieren trotzdem

Schon von Haus aus sind Smartphones also ziemlich praktische Begleiter für unterwegs. Doch es gibt etliche Apps, die all diese Funktionen noch erweitern und etwa Hilfestellung bei der Routenplanung oder der Navigation geben. So gibt es mit "Komoot" beispielsweise einen "Fahrrad- & Wander-Guide", der durch seine Offline-Karten auch dann noch funktioniert, wenn unterwegs die Internet-Verbindung mal nicht so gut ist. Darüber hinaus bietet die in der Basis-Version kostenlose App eine Sprachnavigation und Tipps für spannende Touren.

Apropos Tipps: Hinter Komoot steckt auch eine Online-Community (www.komoot.de), in der sich Outdoor-Freunde Tipps geben und Routen empfehlen können. Die Komoot-App, mit der sich Routen punktgenau planen lassen, ist für Smart phones von Apple und Android-Smartphones (wie beispielsweise von Samsung, Sony, LG oder Huawei) erhältlich.

Eine praktische Ergänzung zu den ADAC-Wanderführern in Buchform bietet die ebenfalls kostenlose App "ADAC Wandern Tourscanner". Auf jeder neuen Version der ADAC-Bücher ist ein sogenannter "QR-Code" abgedruckt, eine Grafik, die sich mit dieser App und der Kamera des Smartphones abfotografieren lässt. Die App öffnet dann automatisch Zusatzinformationen. So bekommen Nutzer etwa passendes topographisches Kartenmaterial inklusive dynamischer GPS-Positionsangaben zu ihrer Tour geliefert. Auf der Karte ist der detaillierte Tourverlauf deutlich markiert. Unterwegs wird dem Wanderer die aktuelle Position angezeigt, sodass er sich orientieren kann. Und: Jede Tour ist auch ohne Mobilfunkanbindung verfügbar, da sich das Kartenmaterial zur Offline-Nutzung speichern lässt. Informationen zu dieser App finden Sie online unter www.adac.de/apps/ unter dem Punkt "Outdoor".

Ebenfalls praktisch zur Touren-Planung: die App "Kompass-Wanderkarte mit LIVE-Tracking und Tourenpakete", die auf dem Kartenmaterial des beliebten Kompass-Verlags basiert. Auch diese App ist für Appleund Android-Smartphones erhältlich und bietet viele praktische Funktionen für die Tourenplanung. Schlicht gestaltet, überzeugt sie vor allem durch Details wie eine Checkliste für die Wanderausrüstung oder eine Notruffunktion. Auch mit ihr kann offline gearbeitet werden – gerade in einsameren Gegenden ein echter Pluspunkt. Weitere Informationen zu dieser App können Sie unter www.kompass.de/produkte/app/ finden.

Alle Infos am Handgelenk: smarte Uhren zum Wandern

Natürlich gibt es zum Wandern auch klassische GPS-Geräte, mit denen man sich im Gelände orientieren kann. Diese Geräte, die in etwa die Größe eines sehr dicken Smartphones haben, gibt es beispielsweise von den Herstellern Garmin, Teasi oder Falk, die Preise beginnen hier bei unter 100 Euro, nach oben gibt es kaum Grenzen. Doch auch die Hersteller von Smartwatches – Uhren mit Display, die sich über das Smartphone mit dem Internet verbinden lassen – haben in den vergangenen Jahren aufgerüstet, und so gibt es einiges an Wanderzubehör auch für das Handgelenk.

Während nicht alle Apps schon heute kompatibel mit Uhren wie der Apple-Watch oder Samsung-Smartwatches sind (von den drei von uns vorgestellten arbeitet nur Komoot mit solchen Uhren zusammen und gibt Informationen über die aktuelle Tour direkt an die Uhr weiter), gibt es auch Hersteller ausgewiesener Outdoor-Uhren. Firmen wie Suunto, Garmin oder Casio stellen Geräte her, die oft selbst über einen GPS-Empfänger verfügen und damit sowohl die Wanderung aufzeichnen als auch den Wanderer lotsen können. Viele dieser Uhren arbeiten drahtlos über eine Technologie namens Bluetooth mit entsprechenden Smartphone-Apps zusammen und ermöglichen so den Datenaustausch und die Speicherung von Routen. Und bei hochpreisigen Modellen ebenfalls an Bord: Technologien wie barometrische Höhenmesser, Thermometer oder Zusatzfunktionen wie Sturmwarnung.

Mit diesen Helfern am Handgelenk haben Wanderer dann alles im Blick: die aktuelle Position, die zurückgelegte Strecke und die erwanderten Höhenmeter, Wetterdaten, Informationen zum Sonnenauf- oder Untergang und bei manchen Modellen, die einen Herzfrequenz-Brustgurt unterstützen oder über eine integrierte Pulsmessung am Handgelenk verfügen, auch die verbrauchten Kalorien – für all diejenigen, für die Wandern echter Sport ist.

Auch im medizinischen Notfall kann die Technik weiterhelfen

Während all diese Produkte das Erlebnis unterstützen wollen, hat das Unternehmen Ident-medical (www.ident-medical.de) an das genaue Gegenteil gedacht: den Notfall. Mit www.sos-loop.com hat es eine Online-Plattform eingerichtet, auf der Nutzer ihre medizinischen Daten sicher hinterlegen können. Das Gegenstück dazu: das "SOS-Loop-Armband" (Kosten: 29,90 Euro), auf dem der Wanderer diese Informationen, etwa über Allergien, Vorerkrankungen oder eingenommene Medikamente, immer bei sich hat – und auf welche die Rettungskräfte dann im Notfall zugreifen können, um zu entscheiden, was genau zu tun ist.

Ein Produkt, das beim Wandern mit digitalen Helfern ebenfalls auf keinen Fall fehlen darf, ist eine "Powerbank", ein Zusatz-Akku, mit dem sich das Smartphone unterwegs aufladen lässt, wenn der interne Akku zur Neige geht. Denn GPS und andere Funktionen, die auf der Tour genutzt werden, verbrauchen deutlich mehr Strom als der Regelbetrieb.

All diese Helfer können bei der Vorbereitung und unterwegs wirklich praktisch sein. Sie sparen Zeit, helfen bei der Orientierung und leisten Unterstützung im Notfall – und geben dem Wanderer so die Freiheiten für das, was am Ende immer noch das Wichtigste ist: das Naturerlebnis.

Hier finden Sie die GPX-Daten für den Lieserpfad von Daun nach Manderscheid sowie zur Rundwanderung Beetzsee.