16.06.2020 Portugiesische Algarveküste

Machen wir’s den Störchen nach

Von Inge Ahrens
Die portugiesische Algarveküste.
Die portugiesische Algarveküste. Fotoquelle: Bild von ddzphoto auf Pixabay

Dramatische Felsen und weite Sandstrände: die portugiesische Algarveküste hat zwei Gesichter und ein einzigartiges Klima.

Tavira, die Anmutige. Properes Städtchen an beiden Ufern des Gilao. Tavira liegt nicht unmittelbar am Atlantik sondern am östlichen Ende der Ria Formosa, dem der Sandalgarve vorgelagerten Naturschutzgebiet an Portugals südlichem Saum. Sotavento nennen die Portugiesen den im Windschatten liegenden östlichen Küstenstreifen der Algarve im Gegensatz zur felsigen Barlavento-Küste im atlantischen Sturmwind.

Pudersandinseln, Lagunen und Kanäle ziehen sich von Olhao bei Faro im Westen bis nach Tavira das nur zwanzig Kilometer von der spanischen Küste entfernt ist. Ein Paradies für Vögel im Reich der Muscheln und Pflanzen. Aber auch Urlauber mit Sinn für's Natürliche sind hier glücklich in kleinen weißen Örtchen wie Cacela Velha mit den gekalkten Zinnen der alten Festung. Der Besucher hört die Stille, den singenden Wind auf der Höhe und speist am Abend mit den Fischern.

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Wer mit dem Flugzeug nach Faro einschwebt, sieht unter sich zahlreiche Silberreiher und andere Vögel knietief in Salzgras und Sumpf stehen. Kraniche und Kormorane finden reichlich Nahrung in der Ria Formosa. So manchen Storch veranlasst ein so reichlich gedeckter Tisch dazu, sich den Weiterflug nach Afrika zu sparen. Die Lagunenlandschaft entstand nach dem großen Seebeben 1755 und ist naturgeschützt. Hier in den Salzgärten wird auch das kostbare Meersalz abgebaut, dessen zerbrechliche Kruste auf den Seen "Nato do Sal" heißt.

Wer an die Algarve denkt, kennt meist nicht die Sandalgarve, sondern meint die spektakuläre felsige Küste, das Barlavento. Mächtige Sedimentpakete aus hartem Kalk, Dolomitgestein und weichem Mergel, die in der untergehenden Sonne wie Zimt und Curry leuchten haben das Bild der dieser Region geprägt. Hier hat auch sich auch der Tourismus zuhauf angesiedelt. Der Küste tut das aber keinen Abbruch. Weiß schimmern vielfältige Muschelscherben im Gestein der Felsen. Nach und nach spülen sie Wind und Meer frei. Fossiliensammler kommen auf ihre Kosten.

Die Felsalgarve zwischen Faro und Sagres kann man auf seiner porösen Kante unter Schirmpinien und Erdbeerbäumen entlang spazierend erleben und dabei den Seemöwen im Flug zuschauen. Darunter liegen die Strände aus goldgelbem Sand, zu denen manchmal ein steiler Weg führt und die früh im Jahr noch fast menschenleer sind. Etliche sind nur mit dem Boot zu erreichen. Echte Traumstrände. Bei allzu stürmischen Wetter können sie schon mal vom Meer überspült werden. Am spektakulärsten ist die Küste vom Meer aus. Hotels wie das Vila Vita Parc und andere Veranstalter bieten Bootsfahrten an, während der man eine phantastische Grottenwelt kennenlernt.

Mit viel Geschick fahren die Schiffer noch in das winzigste Felsenör, und eine Märchenwelt tut sich auf. Die Jahrhunderte alten Ablagerungen in den Felsen haben viele Farben. Die Stille macht atemlos. Man hört nur das Plätschern der Wellen. Die himmelwärts durchlöcherten Felsen sind der natürlichen Erosion geschuldet. Sonnenspots beleuchten kleine weiße Strände im Innern und malen das glasklare Wasser türkisblau. Nicht nur eine Höhle ist so spektakulär, sondern unzählige. Da kann Capri mit seiner blauen Grotte doch einpacken.

Das Wort Algarve kommt aus dem Arabischen. Al-Gharb bedeutet so viel wie "Im Westen". Die arabischen Namensgeber wurden bereits im 13. Jahrhundert vertrieben. Die kleinste und vielleicht bekannteste Landschaft Portugals ist gerade mal 50 Kilometer breit und zieht sich über gut 150 Kilometer hin: von der spanischen Grenze am Rio Guadiana bis zum westlichsten Punkt am stürmischen Atlantik, dem Cabo Sao Vicente.

Jenseits der touristischen Ballungsräume ist noch vieles ursprünglich geblieben in der Landschaft der Algarve. Beschauliche Dörfer wie Alte und kleine Städtchen wie Salir liegen zwischen den Hügeln, und auch das nahe Örtchen Loulé mit seinen vielen Handwerkern und dem bunten Samstagsmarkt ist einen Ausflug wert. Wer ankommt, um zu bleiben, ist im Vila Vita Parc Resort auf der Klippe über dem Meer wunderbar aufgehoben. Die Anlage ist familienfreundlich und liegt fast verwunschen in einem wunderschönen Park.

Mit dem Auto kann man leicht ausschwärmen. Die Distanzen sind nicht groß, und es lohnt sich, mehr als nur die Felsargarve zu erleben. Wanderer und Radfahrer auf der Via Algarviana erleben eine ganz andere Region. Sie sind hautnah mit Flora und Fauna, genießen das stille Hinterland und schweifen immer mal wieder zum Meer hinab. Die Algarveküste ist zwar nicht alles, aber eben doch besonders schön.

Informationen: Portugiesisches Fremdenverkehrsamt in der Botschaft Portugals in Berlin Tel. 030-25 41 06 71 und unter www.visitportugal.com/de

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