05.06.2020 ReiseLaune

Fünf Dinge über den Bayerischen Wald, die Sie vielleicht noch nicht wussten

Tretboot fahren auf einem Gletschersee oder ein Känguru streicheln, einem echten Drachen gegenüberstehen oder durch den ältesten Urwald Deutschlands wandern: Der Bayerische Wald birgt so manche Überraschung. prisma und der Tourismusverband Ostbayern stellen fünf Dinge vor, die Sie vielleicht noch nicht über den Bayerischen Wald wussten.

Idyll für kleine Bergfexen – Kängurus am Waldwipfelweg

Von der Donau bei Straubing geht es in nördliche Richtung nur noch bergauf. Hinauf nach Sankt Englmar. Ein Ziel für Familien, die was erleben wollen. Einchecken in eine kuschelige Ferienwohnung oder ein Familienhotel und der Urlaubsspaß kann beginnen. Am besten man erkundet den Bayerischen Wald vom Waldwipfelweg aus. 30 Meter über dem Waldboden geht man zwischen den Baumwipfeln in das Haus am Kopf, in die Höhle der optischen Täuschung oder ab Sommer in den neuen Turm. Lamas, Alpakas Schwarznasenschafe, Kängurus, alles da! "Bahn frei" heißt es beim Sommerrodeln gleich nebenan. Bergfexkinder haben viel Spaß beim Erklimmen des Hadriwa, einem Berg in der Nähe, Kraxeleinlage inklusive. Im Kurpark von Sankt Englmar heißt es Badehose an und rein in den Naturbadesee, Bauernhofeis zum Schlecken gibt's im Kiosk. Experimente werden später gemacht: im Xperium, dem Museum zum Experimentieren.

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Gletschersee und Schwimmende Inseln im Arberland

Gipfelglück auf 1456 Metern Höhe: das empfindet man bei der 360-Grad-Rundumsicht auf dem höchsten Berg des Bayerischen Waldes, dem Arber. Vor 10.000 Jahren war es dort etwas kälter. Ein Gletscher zog sich ins Tal. Als dieser langsam schmolz bildeten sich die beiden Gletscherseen, der Große Arbersee und der Kleine Arbersee. Auf beiden Seen gibt es Schwimmende Inseln, die aus einer Moordecke bestehen und mit Schwingrasen bewachsen sind. Sie sind eine Besonderheit dieser beiden Seen und stehen unter Naturschutz, daher können sie auch nicht betreten werden. Aber Tretbootfahren auf dem Großen Arbersee ist möglich und ein herrliches Vergnügen. Mit der Seilbahn fährt man bequem zum Gipfel. Auf dem Plateau sind drei Punkte ein Muss: Das Gipfelkreuz, der Titanic-Felsenplatz und der Aussichtspunkt auf den Kleinen Arbersee. Außerdem sind da noch die Kapelle, der Richard-Wagner-Felsen, das Berghaus. Und übrigens: Das Gestein des Berges ist 640 Mio. Jahre alt. Was für ein Berg!

In die Wildnis des Urwaldes – im ältesten Nationalpark Deutschlands

Luchse schleichen auf Samtpfoten durch den wilden Wald. Gut, man begegnet ihnen in freier Wildbahn wohl kaum, aber als Besucher des Nationalparks Bayerischer Wald kann man sie im großzügigen Tierfreigelände ausmachen. Neben Elch, Bär und Wolf. Das ist für Familien ideal: Wildschwein und Otter in naturnahen Gehegen fast hautnah erleben oder auf dem einzigartigen Baumwipfelpfad selbst über Tannenzapfen hinaus wachsen. Der älteste Nationalpark Deutschlands und sein tschechischer Nachbar Šumava bieten gemeinsam neben ihren Besucherzentren weite Ausblicke von Waldwoge zu Waldwoge und unberührte Wildnis pur. Am Grenzkamm von Lusen bis Falkenstein liegen Urwälder zum Staunen, Dynamik zum Begreifen sowie Ein- und Ausblicke aufgefädelt auf hunderten Kilometern Wanderwegen oder Radwegen. Für Ruhe, für Erlebnis, für neue Erdung ideal. Diese Waldwildnis gibt es nur hier. Der Nationalpark feiert gerade sein 50-jähriges Jubiläum – 50 Jahre "Natur Natur sein lassen".

Der Drache lebt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald

Es ist der größte Schreitroboter der Welt, eingetragen in das Guinnessbuch der Rekorde. Es ist der älteste Drache des Bayerischen Waldes. Über 500 Jahre schon feiert man dort den Further Drachenstich. Beim ältesten Festspiel Deutschlands hat der Drache seinen Einsatz: Die Erde erbebt, wenn er Schritt für Schritt die Bühne betritt – 16 Meter lang, fünf Meter hoch, seine Flügel haben eine Spannweite von zwölf Metern und er spuckt Feuer und Rauch. Drachenbesuch möglich? In der Drachenhöhle in Furth im Wald ist er ganz friedlich und freut sich über Besucher. Wer im Drachenland unterwegs ist, kann auch im Drachensee schwimmen gehen oder auf den Gipfelsteig, einer Aussichtsplattform auf dem Hohenbogen, hinaufsteigen und weit übers Land nach Bayern und Böhmen schauen. Im Wildgarten in Furth im Wald geht man die Treppen hinunter und erkundet in der Unterwasserbeobachtungsstation Hechte und Forellen. Vielleicht kommt auch eine Schlange geschwommen, ein Rotauge oder eine Rotfeder. Ein bisschen Mut braucht man schon im Drachenland.

Der Goldene Steig – einst mit Salzfass, heute mit Wanderrucksack unterwegs

Vor 1000 Jahren transportierten raue Gesellen auf ihren Pferden Salz von Passau nach Prachatice, die sogenannten Salzsäumer. Auf den Säumerpfaden waren in der Woche bis zu 1200 Pferde unterwegs. Noch heute sind die Spuren dieses Highways des Mittelalters zu sehen. Hohlwege zeichnen sich im Wald ab und schon so manches Hufeisen wurde gefunden. Der Weg führt über den Haidel, einen 1167 Meter hohen Berg durch das verlassene Dorf Leopoldsreut. Kirche und Schulhaus sind noch gut erhalten, die einst wichtige Station am Goldenen Steig ist aber ansonsten verlassen. Heute ist der Goldene Steig nach Prachatice eine grenzüberschreitende Route des Qualitätswanderwegs Goldsteigs. Ein wunderschöner Platz ist die alte Säumerbrücke in Bischofsreut beim Grenzübergang nach Tschechien. Die typische Kulturlandschaft dort, die Bischofsreuter Waldhufen, sind ein europaweit geschütztes Naturrefugium und Lebensraum für viele geschützte Pflanzen, Insekten und Tiere.

Weitere Informationen und Prospekte erhält man kostenlos beim Tourismusverband Ostbayern: Tel. 0941 58539-0, www.bayerischer-wald.de

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