03.07.2020 ReiseLaune

Fünf Dinge über Brandenburg, die Sie vielleicht noch nicht wussten

Ein Spaziergang durch Klein-Amsterdam, auf den "liegenden Eifelturm" klettern oder "Himmlisches Theater" unter einem Weinberg genießen: In Brandenburg gibt es vieles zu Entdecken und zu Erleben. prisma und die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH stellen fünf Dinge vor, die Sie vielleicht noch nicht über Brandenburg wussten.

Ganz schön nass: Mehr als 3000 Seen sorgen für das perfekte Sommergefühl

Mit mehr als 3000 Seen und Flüssen wie der Spree, der Havel und der Oder gehört Brandenburg zu den gewässerreichsten Bundesländern Deutschlands. Egal wo man sich aufhält, der nächste See mit einem Strandbad oder einer Naturbadestelle ist nie weit entfernt. Auch Wassersportfans kommen daher voll auf ihre Kosten: Touren mit dem Hausboot, Floß und Kanu oder Wasserspaß auf dem Stand-Up-Paddling-Board (SUP), dem Wakeboard oder auf Wasserski, das alles ist in Brandenburg möglich. Auch wer gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist kann am Wasser entlangstrampeln, zum Beispiel auf dem Elbe-, Havel-, Spree-, oder dem Oder-Neiße-Radweg. Zu Fuß hat man auf den Etappen des 66-Seenwanderwegs garantierten Seeblick.

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International: In Potsdam durch Italien, Holland oder Russland bummeln

Wer durch Potsdam spaziert reibt sich das ein oder andere Mal verwundert die Augen: das sieht ja aus wie in...? Ganz genau: wie in Italien, den Niederlanden oder Russland, je nachdem, wo man gerade unterwegs ist. In der Innenstadt fühlt man sich beim Spaziergang durch das Holländische Viertel wie in Klein-Amsterdam. 124 rote Backsteinhäuser mit typischen Giebeln stehen entlang eines Straßenkarrees. Ursprünglich sollten Handwerker aus den Niederlanden sich hier wohl fühlen, die der Soldatenkönig nach Potsdam holen ließ, um auf sumpfigen Gelände zu bauen. Geblieben sind nur wenige, aber das Viertel gehört noch heute zu den beliebtesten Vierteln der Landeshauptstadt von Brandenburg. Nördlich des Stadtzentrums liegt die Russische Kolonie Alexandrowka. Die 12 Häuser im "Blockhaustil" ließ König Friedrich-Wilhelm III. zum Andenken an seinen Freund den russischen Zaren Alexander bauen. In ihnen lebten Sänger eines russischen Chores. Wer den kleinen Hügel hinter der Alexandrowka erklimmt, findet hier außerdem die russisch-orthodoxe Kapelle Alexander-Newski, stilecht mit Zwiebeltürmchen. Besonders häufig aber wird man in Potsdam an bella Italia erinnert. Die Friedenskirche und die Kirche St.-Peter-und-Paul sind nach italienischen Vorbildern erbaut. Aber auch für die Römischen Bäder und das Orangerie-Schloss im Park Sanssouci, das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg und für zahlreiche historische Turmvillen in der Stadt stand Italien Pate.

Einer der bedeutendsten Kulturschätze Brandenburgs wurde nach 150 Jahren auf dem Dachboden gefunden

Brandenburgs zahlreiche Schlösser kennt man, aber die wenigsten wissen, dass einer der bedeutendsten Kulturschätze des Landes im Kloster Neuzelle zu sehen ist. Die um 1750 entstandenen Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab waren Bühnenbilder eines monumentalen Barocktheaters, das in 15 Szenen biblische Ereignisse darstellte und europaweit nach Umfang, Größe und künstlerischer Qualität als einzigartig gelten. Durch einen Zufall wurden sie – nachdem sie 150 Jahre auf dem Dachboden der Klosterkirche gelegen hatten – entdeckt und werden nun nach und nach restauriert. Im unterirdischen unter einem Weinberg gelegenen Museum "Himmlisches Theater" auf dem Klosterareal werden je zwei Szenen präsentiert. Neben diesem Schatz sind auch die prächtig ausgestattete Klosterkirche, das Museum im Kreuzgang und der barocke Klostergarten unbedingt sehenswert. Neuzelle ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für Radouren auf dem Oder-Neiße-Radweg oder Wanderungen im nahen Schlaubetal.

Kyritz Ruppiner Heide

Kaum jemand weiß, dass es in Brandenburg eine Heidelandschaft gibt, die der berühmten Lüneburger Heide in der Größe in nichts nachsteht. Im August und September steht die Heide in voller Blüte und taucht die Landschaft im Norden Brandenburgs in ein kräftiges Lila. Ein Geheimtipp, der deswegen so wenig bekannt ist, weil das Gelände jahrzehntelang als Truppenübungsplatz militärisch genutzt wurde. Die Heinz-Sielmann-Stiftung kümmert sich seit einigen Jahren um das mehr als 12.000 Hektar große Areal. Auf einem rund sechs Kilometer langen Wanderweg kann man diese wilde Landschaft in der Kyritz-Ruppiner-Heide erkunden und genießt vom Aussichtsturm einen spektakulären Blick. Touren auf den freigegeben Wegen sind zu Fuß, bei einer Kutschfahrt oder mit dem Rad möglich. Hier bietet sich ein so genanntes Fatbike mit überdicken Reifen an, das vor Ort gemietet werden kann. Vom Aussichtsturm auf dem Sielmann-Hügel geht der Blick über die weite Heidelandschaft.

Auf den liegenden Eiffelturm klettern

Das Original steht nach wie vor in Paris, doch auch in Brandenburg kann man den Eiffelturm erklimmen. 11.000 Tonnen schwer, 80 Meter hoch, 200 Meter breit und einen halben Kilometer lang ist der Koloss, der den Spitznamen "liegender Eiffelturm" trägt: die Abraumförderbrücke F60 in Lichterfeld in der Lausitz, die zu den spektakulärsten Relikten des Braunkohle-Tagebaus in der Region zählt. Sie ist die größte bewegliche Maschine der Welt. Seit 1992 schweigt die monumentale Konstruktion, die in Gestalt, Dimension und Gewicht an den Eiffelturm erinnert. Weitsichtige Bürger retteten sie vor der Verschrottung. Zusammen mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land legten sie den Grundstein für den faszinierendsten Erlebnisort zur Lausitzer Bergbaugeschichte. Tag für Tag laden Bergwerksführer – teilweise selbst ehemalige Bergleute – zu erkenntnisreichen Touren auf den Industriegiganten ein. Wie Ameisenstraßen wirken die Besuchergruppen mit den grünen Schutzhelmen auf dem Koloss. Bis in eine Höhe von 74 Metern steigen sie hinauf und erleben dabei nicht nur einen faszinierenden Einblick in die Welt des Kohleabbaus, sondern bei klarer Sicht auch einen Ausblick, der weit über die Region bis in die Sächsische Schweiz reicht. Ganz Mutige seilen sich sogar von der F60 ab. Wer mehr über die Region und den Landschaftswandel erfahren möchte, der kann mit dem Fahrrad auf der Seenlandroute radeln. Mehr als 20 Seen aus ehemaligen Braunkohletagebauen, die über schiffbare Kanäle miteinander verbunden sind, entstehen derzeit im Lausitzer Seenland.

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