Wer sich richtig gut erholen will, wird in Oberbayern verwöhnt und findet viele Gelegenheiten, um die Seele baumeln zu lassen.

Sie ist so malerisch wie romantisch, die Kulisse, die sich den Passagieren während der Schifffahrt von Stegen nach Herrsching auf dem Ammersee bietet: Glitzernd und funkelnd brechen sich die Strahlen der Nachmittagssonne auf den ruhigen Wellen des Gewässers. In der Ferne kommt eine grün schimmernde Turm-Zwiebel in Sicht und erinnert an längst vergangene Barock-Zeiten. Sie gehört zum Kloster Andechs, das auf dem ungefähr 700 Meter hohen Berggipfel thront.

Genuss auf dem Klosterberg

Die Anlage, in der heute noch eine Handvoll Benediktinermönche nach alter Tradition leben, ist ein beliebter Ort für Pilger und Ferientouristen. Andechs gilt als Bayerns ältester Wallfahrtsort (seit 1128) und zieht jährlich bis zu eine Million Besucher aus aller Welt an. Die auf dem Gelände ansässige Klosterbrauerei verwöhnt die Gäste des geschichtsträchtigen "Bräustüberl" mit urigen Biersorten wie dem "Doppelbock dunkel". Aber auch alkoholfreies Weißbier ist auf der Karte zu finden. Dazu gibt es eine klassische Brotzeit mit Brez’n, Pfefferbeißern, Berg käse, Radi und Obazda, der typisch cremigen Zubereitung aus Camembert, Zwiebeln und Paprika.

Idylle am See

Authentisch bayerische Gastfreundschaft finden Touristen auch eine Station weiter. In Herrsching, nur wenige Schritte vom Schiffsanleger entfernt, lässt sich auf Deutschlands längster Seepromenade herrlich flanieren. Zu den unmittelbar am Wasser gelegenen Einkehrorten gehört der Seehof, der neben Biergarten und prämiertem Restaurant zahlreiche Hotelzimmer bietet. Mit etwas Glück lassen sich von hier idyllische Sonnenuntergänge genießen, die den Ammersee mit seinen pittoresken Schaufelraddampfern bisweilen in glutrotes Licht tauchen.

Natur zu Fuß und per Rad erleben

Andechs und Herrsching sind nur zwei von Dutzenden Ausflugszielen im Starnberger Fünf-Seen-Land mit seinen beiden größeren Gewässern Ammer- und Starnberger See sowie den drei kleineren Wörther-, Weßlinger und Pilsensee. Eine halbe Autostunde von München entfernt zeigt sich die Natur hier als facettenreiches Zusammenspiel von Bayerischen Alpen, Biergärten, verwunschenen Schlössern, weitläufigen Naturschutzgebieten und friedlichen Radwegen. Zwischen Landsberg und Füssen schlängelt sich der 85 Kilometer lange "LechErlebnisWeg" durch die schöne Voralpenlandschaft. Mehrere Naturschutzorganisationen kooperieren bei der Pflege des Fernwanderwegs, der zu den ältesten in Deutschland zählt. Einen "Hotspot der Biodiversität" nennen Fachkundige das weite Areal, das mehrere Wanderetappen umfasst und zu dem unter anderem ein Römermuseum gehört. Einen Großteil ihrer Faszination verdankt die abwechslungsreiche Landschaft dem Lech, der in Österreich als Wildfluss entspringt, sich hinter der Landesgrenze zu Deutschland jedoch in eine Art Fjord verwandelt und sich mal als grün leuchtender Stausee, mal als frei fließender Bogen zeigt. Wer eine Weile horcht, vernimmt vielleicht sogar den Ruf eines Uhus, der neben vielen weiteren Tierund Pflanzenarten in der Region ein geschütztes Domizil gefunden hat.