Seiser Alm, Drei Zinnen oder der Pragser Wildsee – wunderschöne Gebiete in Südtirol, die bei vielen Touristen bekannt sind. Geheimtipps sind sie jedoch schon lange nicht mehr. Grund für einen Blick nach ganz oben.

Brennnesselknödel serviert Hüttenwirt Franz Gantioler. Selbstgemacht natürlich. Herrlich einfach und vielleicht genau deshalb so wunderbar köstlich. Eine große Karte hat er nicht, Souvenirs verkauft er auch keine. Die Marzuner Schupfe, die Almhütte, die er inzwischen im 15. Sommer bewirtschaftet, liegt hoch oben auf der Villanderer Alm, auf 1 933 Metern Höhe. Da braucht er kein Chichi. Seine Gäste schätzen in der Wanderpause die traditionelle Bergküche – und noch mehr den traumhaften Ausblick auf die zackigen Dolomiten. So herrlich gelegen wie Franz Gantioler mit seiner Marzuner Schupfe warten auch andere Hüttenwirte in Südtirol auf ihre Gäste. prisma hat sich für Sie umgeschaut und gibt drei Wanderempfehlungen. Alle auf wunderschönen Hochalmen, fernab von Seilbahnen und Souvenirs.

Villanderer Alm

Eine der größten Hochalmen Europas, ein 20 Quadratkilometer großes flaches Almgebiet mit viel unberührter Natur auf 1700 bis 2500 Metern Höhe. Bekannt ist sie für den starken Bewuchs an Latschenkiefern. Der ausgeschilderte Latschenweg ist selbst für ältere Menschen gut begehbar. Die Wanderung kann beliebig verlängert werden. Überall freier Blick Richtung Osten auf die Dolomiten!

  • Schwierigkeit: leicht
  • Dauer: 4,5 Stunden mit Einkehr
  • Strecke: 9 km, überwiegend flach
  • Start/Ziel: Parkplatz Saltnerstein (Gasserhütte, auch per Bus erreichbar) oberhalb von Villanders, etwa 25 Minuten ab Klausen

Lüsner Alm

Die Lüsner Alm erkunden Sie am besten über den Weg Nummer 2. Der Rundum-Panoramablick vom Campill (2190 m) belohnt nach knapp dreistündigem Aufstieg über Almwiesen und vorbei an urigen Heuschobern. Wer mag, wandert weiter auf das Astjoch (2194 m). Tipp: Beim Abstieg in der Schutzhütte Kreuzwiese einkehren, die Käserei besichtigen und den Ausblick auf Peitlerkofel und Geislerspitzen genießen!

  • Schwierigkeit: mittelschwer
  • Dauer: 6 Stunden mit Einkehr
  • Strecke: 11 km, wellig, einfache Anstiege
  • Start/Ziel: Parkplatz Schweiger Böden oberhalb von Lüsen (40 Minuten ab Brixen)

Latzfonser Kreuz

Vor allem die letzten zwei Kilometer haben es in sich. Steil geht es hinauf zur hoch oben thronenden Wallfahrtskirche. Doch wer im Wanderrhythmus bleibt, der kommt problemlos hoch – und wird nicht nur mit einem herrlichen Ausblick belohnt, sondern auch mit der üppigen Karte des Schutzhauses Latzfonser Kreuz auf 2306 Metern Höhe.

  • Schwierigkeit: eher anspruchsvoll, Stöcke empfohlen
  • Dauer: 6 Stunden mit Einkehr
  • Strecke: 12,2 km, teils steiler Anstieg
  • Start/Ziel: Parkplatz Kühhof oberhalb Latzfons, mit dem Auto 20 Minuten ab Klausen