22.01.2024 Mit Experten-Tipps

Energie sparen durch gute Dämmung

Von Anne Richter
Die Dämmung des Daches sollten Fachleute übernehmen.
Die Dämmung des Daches sollten Fachleute übernehmen. Fotoquelle: GettyImages / Westend61 / Werner Dieterich

Heizen ist teuer – da ist es umso ärgerlicher, wenn Energie ungenutzt verloren geht. Daher ist es sinnvoll, das eigene Zuhause ausreichend zu dämmen. Wir haben darüber mit dem Experten Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentrale gesprochen.

Es ist nicht leicht, beim Thema Dämmen den Überblick zu behalten: Welche Teile des Hauses sollten gedämmt werden und mit welchem Material? Gibt es vielleicht Fördermittel für die geplante Maßnahme? Diese und viele weitere Fragen stellen sich so manche Besitzer und Käufer von Bestandsimmobilien. Und auch für angehende Häuslebauer ist die Planung der passenden Dämmung von großer Wichtigkeit: Zum einen gibt es durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Zum anderen ist die Dämmung ein entscheidender Faktor dafür, welcher Kf W-Effizienzhausstandard erreicht wird. Passivhäuser etwa haben einen geringen Energiebedarf und bei Nullenergiehäusern ist die Bilanz dank eigener Energieproduktion zum Beispiel mittels einer Solaranlage sogar ausgeglichen. Mit der richtigen Dämmung kann man also später oft den Geldbeutel und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Bei Bestandsimmobilien ist die Rechnung nicht ganz einfach, denn in der Regel spielt die Energiekostenersparnis durch die Dämmung die Kosten für die Sanierung erst nach sehr langer Zeit wieder ein. Oftmals, so sagt Martin Brandis, Referent Energieberatung vom Bundesverband der Verbraucherzentrale, werde eine bessere Dämmung dann eingebaut, wenn ohnehin eine Sanierung oder ein Umbau anstehen. „Wenn zum Beispiel das Dach ausgebaut wird oder eine Neueindeckung notwendig ist, wird gleichzeitig gedämmt.“ Ein nicht ganz günstiges Unterfangen, die Kosten können laut Brandis schnell bei 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter Dachfläche liegen. Er rät dazu, in jedem Fall einen Experten zu Rate zu ziehen, bevor man energetisch saniert, denn jede Immobilie ist anders und die Maßnahmen müssen individuell zugeschnitten werden. Energieberater findet man zum Beispiel über die Verbraucherzentrale oder über eine Homepage, die von der Deutschen Energie-Agentur betreut wird (siehe Infokasten). Teilweise helfen auch die Kommunen bei der Vermittlung.

Wer sich die Frage stellt, welche Maßnahmen er am dringendsten durchführen sollte, bekommt durch eine Energieberatung gute Ansätze, erklärt Brandis: „Bei den meisten Immobilien muss gar nicht überall etwas gemacht werden, häufig hat es schon Teilmodernisierungen wie einen Fenstertausch oder die Erneuerung des Dachs gegeben.“ Bei der Dämmung sei die Hüllfläche des Hauses entscheidend, also Dach, Außenwände mit Fenstern und Grundfläche, so der Experte. Größte „Wärmeverlierer“ sind zumeist die Außenwände oder das Dach, weil sie die größten Flächen haben. „Die Dämmung dieser Flächen ist am aufwendigsten, bringt aber auch am meisten“, sagt Brandis. Zudem werde damit der Wert der Gebäude erhalten oder sogar gesteigert.

Letztlich hänge vieles miteinander zusammen: Wer die Fassade dämmt, sollte perspektivisch auch die Fenster erneuern und umgekehrt, rät Brandis. Schließlich bilde beides zusammen eine Fläche und sollte aufeinander abgestimmt sein. Bei der Fassadendä m mung müsse zudem bedacht werden, wie groß der Dachübersta nd ist: „Wird die Wand zu dick, muss auch am Dach gearbeitet werden“, gibt der Experte zu bedenken. Bei der Durchführung von Dämmarbeiten sei es zumeist sinnvoll, Fachkräfte der jeweiligen Gewerke zu beauftragen: „Gerade am Dach kann es zu Schäden kommen, wenn etwa zu viel Feuchtigkeit eindringen kann, weil die Dampfbremse falsch angebracht ist.“ Kleinere Maßnahmen wie die Dämmung von Rollladenkästen oder teilweise auch der Kellerdecke könnten aber mit ein wenig handwerklichem Geschick auch selbst umgesetzt werden.

Beim Material steht inzwischen eine breite Palette von natürlichen und synthetischen Dämmstoffen zur Wahl, die sich gleichermaßen eignen. Manche Dämmstoffe müssten aber in einer dickeren Schicht verbaut werden als andere, um den gleichen Effekt zu erzielen, so Brandis. Auch hier können Energieberater Tipps geben, was für die geplante Maßnahme am besten geeignet ist. Eine erhöhte Brandgefahr bestehe bei einem fachgerechten Einbau durch keines der Materialien, betont der Referent für Energieberatung – auch nicht bei Styroporplatten zur Fassadendämmung.

Energieberatung Verbraucherzentrale

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale kann kostenfrei telefonisch kontaktiert werden und gibt Informationen zu verschiedenen Energiethemen, auch zum Sanieren und Dämmen. Wer möchte, kann zudem die Online-Kurzberatung nutzen oder eine Beratungsstelle in seiner Nähe aufsuchen. Die Energieberater kommen auf Wunsch auch nach Hause und beraten vor Ort. Dann kostet der Besuch 30 Euro, der Rest wird durch Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz getragen. Wer sich auf eine Liste schreiben lässt, wird in der Regel binnen kurzer Zeit von einem Berater aus dem Umkreis kontaktiert.

Telefon: 0800 - 809 802 400 (Anruf kostenfrei. Terminvereinbarung: Mo-Fr 8-18 Uhr, Fr 8-16 Uhr)

Energieeffizienz-Expertenliste

Wer für seine Sanierungsmaßnahme Förderprogramme des Bundes beantragen möchte, kann über diese Homepage Energieberater aus der Umgebung finden, die die Förderanträge und die Maßnahmen begleiten. Sie können auch in Detailfragen helfen.

Die Ergebnisse der Energieberatung können auch in einem sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufgelistet werden, der einen guten Überblick über mögliche Maßnahmen und deren jeweiligen Nutzen für die Immobilie geben kann.

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