"Die unbekannte Tote"

"Die Bestatterin": Alle Zutaten für einen Heimatkrimi

von Sarah Kohlberger

Eine tote Frau wird sitzend an einer Bushaltestelle gefunden. Nichts deutet zunächst auf ein Verbrechen hin, aber für einen plötzlichen Herzstillstand war sie doch eigentlich zu jung, glaubt Bestatterin Lisa.

ARD
Die Bestatterin – Die unbekannte Tote
Heimatkrimi • 28.01.2021 • 20:25 Uhr

Viermal ist der Bus vorbeigefahren. Keiner hat die junge Frau bemerkt, die an der verlassenen Bushaltestelle sitzt, als würde sie schlafen. Doch sie ist tot. Herzstillstand, notiert sich die Sanitäterin. "Das ist eine junge Frau, die stirbt doch nicht einfach so", ist Bestatterin Lisa Taubenbaum (Anna Fischer) allerdings überzeugt. Keine Verletzungen, keine Tasche, kein Ausweis, kein Auto, nur ein Autoschlüssel mit einem Anhänger des Heiligen Christophorus. Was hat es mit der jungen Frau auf sich? Das versucht Lisa in der zweiten Folge der ARD-Reihe "Die Bestatterin" mit dem Titel "Die unbekannte Tote" herauszufinden – und tappt dabei zunächst ganz schön im Dunkeln.

Aber immerhin tappt sie: Die Polizei von Hepperlingen scheint sich zunächst eher weniger für die Tote zu interessieren. Besonders für Lisas Vater Alfons (Artus Maria Matthiessen) ist der Fall ärgerlich: Eine unbekannte Tote bedeutet für ihn nur ein ertragarmes Begräbnis auf Staatskosten. "Wenn sich koinr melded, bleiba mir uf der Leiche hogge", grummelt er in schönstem Schwäbisch. Lisa muss auf eigene Faust herausfinden, wer die Frau ist. Das Verteilen von Flugblättern hilft zunächst nicht, doch dann entdeckt sie das Auto, das zum Schlüssel gehört. Völlig beschädigt steht es im Wald, und es liegt ein Toter im Kofferraum: Alfred Dürr (Gerd Rigauer).

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Es deutet alles auf Entführung hin, sind sich die Ermittelnden sicher. Doch irgendwie passt das alles nicht zusammen, ist sich Lisa sicher. Was hat es mit der Leiche im Kofferraum auf sich? Wo ist die Verbindung zu der toten Frau? Schnell stellt sich heraus, dass Alfred Dürr ein kleines Stück Land gehört, um dessen Bebauung im Gemeinderat heftig gestritten wird. Dürr wollte sein Grundstück nicht aufgeben. Die Lage im Gemeinderat spitzt sich weiter zu, mittendrin Alfons, der eine schwere Entscheidung zu treffen hat. Und Lisa? Die forscht unnachgiebig weiter, folgt einer Tasche, einem Schlüssel, einem Tattoo, einer Brosche. Und wer ist der Mann (David Hürten), der behauptet, der Bruder der Toten zu sein?

Schwarzer Humor, Spannung und schwäbischer Dialekt

"Frau Jordan stellt gleich"-Regisseur Fabian Möhrke packt alles in den Heimatkrimi, was Erfolg verspricht: die Schwäbische Alb als atmosphärische Kulisse, zwei rätselhafte Tode, schwarzer Humor, schwäbischer Dialekt, eine ordentliche Portion Spannung, und eine hitzige Debatte darüber, ob sich das Dorf lieber der Bio-Landwirtschaft widmet oder einem Golfplatz-Ressort für Touristen. "Kartoffeln anbauen" oder "Golf spielen" – eine schwierige Frage für den Gemeinderat des fiktiven Dorfs Hepperlingen. Auch Turbulenzen in der Liebe kommen nicht zu kurz. Nach einer gemeinsamen Nacht mit dem Stuttgarter Kommissar Thomas Zellinger (Christoph Letkowksi) wird Lisa entdeckt – von Sohn und Frau des Liebhabers. Da ist dieser Lisa wohl eine Erklärung schuldig.

Besonders sympathisch sind die Darsteller, die die Geschichte stemmen. Anna Fischer überzeugt als kecke Bestatterin sowie Physiotherapeutin und Ermittlerin in Personalunion. Artus Maria Matthiessen mimt, anstelle von Hartmut Volle im ersten Teil, ihren grummeligen und stillen, aber entschlossenen Vater. Und Helgi Schmid glänzt in der Rolle des desinteressierten Polizisten, der dann aber doch seine Arbeit macht.

"Die unbekannte Tote" ist die zweite Folge der ARD-Reihe "Die Bestatterin". Der erste Teil mit dem Titel "Der Tod zahlt alle Schulden" wurde im Juni 2019 ausgestrahlt. Die Reihe wird im Auftrag des SWR und der ARD Degeto produziert.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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