Vertragsbruch? Lilly Becker verklagt „Bild“-Unterhaltungschefin Tanja May
Model und TV-Persönlichkeit Lilly Becker wirft der „Bild“-Zeitung vor, unsauber gearbeitet und Vertragsbruch begannen zu haben. Am heutigen Dienstag startet der Prozess vor dem Landgericht Berlin II. Es geht mindestens um 200.000 Euro. Was da los ist.
Lange Zeit schien das Verhältnis zwischen Lilly Becker und der Boulevard-Zeitung eine Symbiose zu sein: Die 49-Jährige lieferte Geschichte aus ihrem Leben und ihrer Arbeit, das Blatt berichtete wohlwollend. Doch nun scheint es zum Bruch gekommen zu sein, wie das Magazin „Spiegel“ berichtet. Lilly Becker geht nach einer Berichterstattung rechtliche Schritte und so muss sich „Bild“-Unterhaltungschefin Tanja May vor Gericht verantworten.
Becker hatte Hoheit über Texte und Fotos
Im Prozess geht es um die Frage, ob ein Vertragsbruch seitens des Verlages und der Reporterin vorliegen. 2023 soll May zugestimmt haben, Lilly Becker das Recht einzuräumen, Texte und Fotos zu ihrer Person vor Veröffentlichung abnehmen zu dürfen. Der „Spiegel“ zitiert aus der Abmachung der Parteien: „Tanja May legt Lilly Becker die final geplante Berichterstattung spätestens einen Tag vor der geplanten Erscheinung vor. Lilly Becker wird sodann eine Freigabe erteilen oder Änderungsvorschläge abgeben. Springer und Tanja May werden diese Vorschläge respektieren und Lilly Becker eine geänderte Fassung erneut zur Freigabe vorlegen.“
Ohne Freigabe keine Veröffentlichung
Texte und Fotos dürfen also ohne Beckers Freigabe nicht veröffentlicht werden. Tanja May soll sich laut Lilly Becker nicht an den Vertrag gehalten haben. Sie fordert 200.000 Euro. Kommt es zu keiner Einigung, geht es sogar um einen siebenstelligen Betrag. So berichtet es Beckers Anwalt Michael Scheele von der Kanzlei Legal Alliance gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Eigentlich ist die Forderung siebenstellig, aber wenn Frau May verspricht, in Zukunft objektiv über Frau Becker zu berichten, kann man sich über einen Vergleich vor Gericht unterhalten“. Er hoffe auf einen kurzen Prozess, ist aber wenig zuversichtlich.
Retourkutsche von Tanja May
Nachdem die Forderungen Beckers, die mit bürgerlichem Namen Sharlely Becker heißt, an den Verlag und May gestellt worden seien, war es vorbei mit der zuvor genannten Symbiose. Die Reporterin habe daraufhin nämlich „äußerst schädigend und diffamierend über meine Mandantin berichtet. Es wäre schön, wenn sich Frau May nun zu ihren Fehlern bekennen würde“, erklärt Scheele dem „Tagesspiegel“. Und weiter: „In der Regel ist von Frau May eher mit einer medialen Retourkutsche zu rechnen, wenn man juristisch gegen sie vorgeht.“
„Druck und Vorspiegelung falscher Tatsachen“
Der „Spiegel“ zitiert auch die Anwälte der Gegenpartei. So soll Tanja May „unter Druck und Vorspiegelung falscher Tatsachen“ die Vertragsstrafenregelung „regelrecht untergeschoben worden“ seien. So soll May gar nicht gewusst haben, „was sie da unter dem Druck der Situation unterzeichnen sollte“.
Bekanntheit erlangte Lilly Becker durch ihre Beziehung mit Tennisspieler Boris Becker. Das Paar heiratete 2009 und hat einen 2010 geborenen Sohn. 2018 folgte die Trennung. Dem deutschen TV-Publikum dürfte sie aus Shows wie „Promi Shopping Queen“, „Let’s Dance“ oder auch „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, aus dem sie als Dschungelkönigin hervorging, bekannt sein.
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