Was den Deutschen ihr Krimi, scheint den Franzosen ihr Beziehungsdrama: In wohl jeder denkbaren Variation spielten unsere Nachbarn im Film allerlei Liebes-Konstellationen und -katastrophen durch. Aktuelles Beispiel ist Jean-Marc Brondolos Drama "Eine zweite Chance auf Glück", das im vergangenen Jahr beim Festival in La Rochelle für das beste Drehbuch und den besten männlichen Darsteller, Frédéric Pierrot, prämiert wurde.

Letzterer spielt in dem Film, den ARTE nun als TV-Premiere zeigt, Hauptfigur Dominique, der im Club von Marion (Emilie Dequenne) mit einem überraschenden Satz angesprochen wird: "Wir werden uns trennen, aber mein Mann weiß noch nichts davon."

Ihr Gatte Lucas (Laurent Bateau), der nur ein paar Meter weiter tanzt und seinen Geburtstag feiert, ist entsprechend geschockt, als Marion zu Hause tatsächlich ernst macht und die 30-jährige Ehe beendet. Doch auch er muss, einmal damit konfrontiert, zugeben, dass er kaum noch Glück verspürt. Ein Neuanfang steht vor der Tür – ein überaus komplizierter jedoch, schließlich gibt es da neben dem gemeinsamen Haus auch noch Emile, den siebenjährigen, verunsicherten Sohn. Um sich abzulenken und finanziell abzusichern, beginnt Marion einen Job als Küchenhilfe. Doch just jener Dominique, den sie im Club ansprach, ist dort ihr Chef – und hat durch die Begegnung mit Marion seine eigene Ehe infrage gestellt.

In typisch komplexer französischer Konstellation lotet "Eine zweite Chance auf Glück" die Realitäten und Gefühlslagen von Menschen aus, die im besten Alter gewohnte Gewissheiten und sicher geglaubte Beziehungen hinterfragen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst