"Fridays for Future" hat sich zur globalen gesellschaftlichen Kraft entwickelt. Eine ARD-Doku klärt über die Bedeutung, die Kontroversen und die Schlagkraft der Bewegung auf.

Noch vor knapp eineinhalb Jahren war Greta Thunberg gänzlich unbekannt. Heute kennt sie vermutlicher jeder. Erst recht nachdem das "Time Magazine" die Klimaaktivistin im Dezember zur "Person des Jahres" kürte und sie das Cover der Zeitschrift zierte. Seit ihrem ersten "Skolstrejk för klimatet" im August 2018 hat sich die junge Schwedin zum Gesicht einer weltweiten Bewegung, zur Ikone im Kampf gegen den Klimawandel entwickelt. Ihrem Ruf folgten Millionen junge Menschen rund um den Globus und die "Fridays for Future"-Bewegung entstand. Doch nicht alle sehen die Freitagsdemos der Schüler positiv. Die Dokumentation "Die Story im Ersten: Kinder machen Druck" behandelt die Frage nach dem gesellschaftlichen Stellenwert der Bewegung.

Mehrere Monate lang waren die Filmemacher Laura Borchardt und Lucas Stratmann gemeinsam mit jungen Aktivisten unterwegs. Ihre Wünsche, aber auch Enttäuschungen nimmt die Dokumentation zu einem großen Stimmungsbild zusammen. Außerdem sprachen die Autoren mit denen, die oft im Visier der Demonstranten stehen: Politiker, zum Beispiel die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Überdies erklären Jugendforscher Klaus Hurrelmannn und Protestexperte Dieter Rucht, warum "Fridays for Future" derartige Kontroversen innerhalb der Gesellschaft verursacht hat.

Bei welchen Aspekten die Meinungen besonders weit auseinanderklaffen, zeigt eine Infratest-dimap-Umfrage, die im Rahmen der Dokumentation in Auftrag gegeben wurde. Welche Folgen die heiß geführte Debatte haben kann, erörtert der Schüler Jakob Springfeld. Der 17-jährige Zwickauer wurde wegen seines Engagements auf offener Straße angepöbelt und abends im Dunkeln eingeschüchtert. In dem 45-minütigen Dokubeitrag erklärt er, was die Drohungen mit ihm gemacht haben und inwiefern er auch heute noch seine Überzeugungen vertritt.

Doch der Film gibt nicht nur Befürwortern der Klimabewegung eine Bühne, sondern lässt auch Kritiker zu Wort kommen. Der Berliner Thomas Job etwa arbeitet für eine Angebotsplattform für günstige Flugreisen. Er hinterfragt die oftmals radikale Art der Klimaaktivisten und beobachtet eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft.

Die Story im Ersten: Kinder machen Druck – Mo. 17.02. – ARD: 22.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH