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"Schuss in der Nacht": Dokudrama über Mord an Walter Lübcke

von Eric Leimann

Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Raymond Ley ("Meine Tochter Anne Frank", "Tod einer Kadettin") hat sich den rechtsextremen Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vorgenommen. Joachim Król spielt den Ermittler.

ARD
Schuss in der Nacht – Die Ermordung Walter Lübckes
Doku-Drama • 04.12.2020 • 22:15 Uhr

In der nordhessischen Kleinstadt Wolfhagen-Istha wird am 1. Juni 2019 der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet. Es ist eine DNA-Spur an der Kleidung Lübckes, die am 15. Juni 2019 die Ermittler zu dessen mutmaßlichem Mörder Stephan Ernst führt. Der vorbestrafte Rechtsextremist wird von einer SEK-Einheit in Kassel verhaftet. Ernst ist den Sicherheitsbehörden schon länger bekannt, über sechs Jahre hatte man ihn auf dem Radar.

Das Dokudrama "Schuss in der Nacht – Die Ermordung Walter Lübckes" erzählt vom ersten rechtsextremistisch motivierten Mord an einem Politiker seit dem Nationalsozialismus. Der Film basiert auf intensiven Recherchen und Gesprächen mit Beteiligten vor Ort und Protokollen des ersten Geständnisses von Stephan Ernst, das dieser später widerrufen und durch zwei neue Geständnisse ersetzen sollte.

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Beklemmend deutlich wird durch diese Dokumente, wie Ernst sich zunehmend radikalisierte und Walter Lübcke als Vertreter einer fürsorglichen Haltung gegenüber Geflüchteten zur Hassfigur von Rechtsradikalen wurde. Der 90-minütige Film des hochdekorierten Doku-Filmers Raymond Ley verbindet szenische Elemente mit dokumentarischem Material und rekonstruiert dabei auch die Bürgerversammlung im hessischen Lohfelden, auf der Walter Lübcke klar und kompromisslos für die Werte der Demokratie eintrat. Noch am selben Abend wurde er – zunächst im Netz – zum Feindbild der rechten Szene.

Im Zentrum der Spielszenen steht die Vernehmung von Stephan Ernst (Robin Sondermann), der den beiden Ermittlern Norbert Bartels (Joachim Król) und Petra Lischke (Katja Bürkle) einen Einblick in seine Gedankengänge liefert. Wie kam es zum Mord an Walter Lübcke? Was löste den Hass aus, der zu dessen Tod führte?

Zu Wort kommen im Film Menschen aus dem innersten Zirkel Walter Lübckes: Freunde aus seinem Heimatdorf, politische Wegbegleiter wie die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann oder auch der Kasseler Pfarrer Arno Wilke, der Lübcke als Letzter sah und mit ihm am Abend des 1. Juni noch auf der Terrasse saß. Jener Terrasse, auf der sein Gastgeber später erschossen werden sollte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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