Free-TV-Premiere bei ARTE

"Goliath96": Eine Mutter sucht Zugang zu ihrem Sohn

von Jasmin Herzog

In "Goliath96" spielt Katja Riemann eine Mutter, deren Sohn sich seit zwei Jahren von der Welt zurückgezogen hat. Um sich ihm wieder zu nähern, greift sie zu einer ungewöhnlichen Methode – mit gefährlichen Folgen.

ARTE
Goliath96
Drama • 04.12.2020 • 20:15 Uhr

"David ist in Texas", sagt Kristin (Katja Riemann) immer wieder, wenn sie jemand nach ihrem Sohn fragt. Doch David (Nils Rovira-Munoz) ist gar nicht in Texas. Der junge Mann hat sich zurückgezogen und in sein Zimmer eingesperrt. In die Uni geht er schon lange nicht mehr, und auf den Flur wagt er sich nur abends, wenn seine Mutter bereits schläft. David ist so etwas wie ein Hikikomori – so nennt man jene jungen Japaner, die sich freiwillig von der Gesellschaft zurückgezogen haben. In Marcus Richardts Spielfilmdebüt "Goliath96" (2018), den ARTE nun erstmals im Free-TV zeigt, ist das Phänomen nun auch in Deutschland angekommen.

Um Zugang zu ihrem Sohn zu bekommen, meldet sich Mutter Kristin in einem Forum für Drachenbau an. "Cinderella97" nennt sie sich. Sie macht ihren Sohn ausfindig. "Goliath96" heißt er dort. Die alleinerziehende Mutter schreibt ihn an, ohne preiszugeben, wer sie ist. "Wir ticken gleich", sagt David irgendwann. Je länger ihre Online-Beziehung dauert, umso mehr schottet auch Kristin sich von ihren sozialen Kontakten ab. Alles, was für sie noch zählt, ist der Draht zu ihrem Sohn. Doch die 45-Jährige übersieht ein wichtiges Detail: Ihr Sohn beginnt sich langsam zu verlieben und will jene Frau treffen, die ihn online derart fasziniert ...

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"Goliath96" ist der erste Spielfilm des deutsch-ecuadorianischen Schauspielers Nils Rovira-Muñoz. Bislang war der inzwischen 29-Jährige vor allem im Theater zu sehen. Katja Riemann hingegen ist durch ihre Rollen in Filmen wie "Fack ju Göhte" (2013 bis 2017) schon lange eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen.

Mit dem Phänomen der Hikikomori setzten sich indes auch schon andere Filme auseinander: Bereits 2017 erzählte die Regisseurin Isabel Prahl in ihrem Langfilmdebüt "1000 Arten Regen zu beschreiben" eine ähnliche Geschichte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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