Wer sein Sky-Abo vor allem wegen der Live-Übertragung von Fußballspielen abgeschlossen hat, muss sich künftig an ein reduziertes Programmangebot gewöhnen. Der Pay-TV-Sender setzt verstärkt auf Serien-Formate.

2018 soll "das Jahr des Kunden" werden, versprach Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland, in München vor Journalisten. Was bedeutet: Verbesserungen beim Service, bei den Angeboten Sky Go und Sky Ticket und dazu eine Art neues Treuepunkte-System für langjährige Kunden. Dennoch: Einfach werden es die inzwischen über fünf Millionen Abonnenten den Sky-Verantwortlichen auch in diesem Jahr nicht machen. Bei den Angeboten im fiktionalen Bereich, ob Serien oder Spielfilme, spielt Sky weiterhin ganz oben mit. Doch all jene, die das Abo vor allem wegen des Live-Sports halten, werden in 2018 verzichten müssen.

Wenn am Sonntag, 25. März, die Formel 1 in Melbourne in die neue Saison startet, wird man via Sky nicht mehr dabei sein. Früh hatte Sky klar gemacht, dass Sky Sport an einer Fortsetzung der bestehenden Konstellation nicht mehr interessiert sei. Bedeutet: Nachdem die Formel 1 nun auch weiterhin bei RTL im Free-TV zu sehen ist, entschloss sich Sky dazu, auf die Rennen künftig komplett zu verzichten. Die eigenen Ziele seien in den Verhandlungen nicht erreicht worden, erklärte Carsten Schmidt nun in München. RTL hatte sich Ende des vergangenen Jahres die Rechte im freien Fernsehen für drei weitere Jahre gesichert.

Wegen DAZN: Sky zeigt weniger Champions League als bisher

Deutlich schmerzhafter dürften indes die Einschnitte sein, die 2018 auf die Fans des internationalen Fußballs zukommen. Schon seit Mitte 2017 steht fest: Sky und der Streaminganbieter DAZN werden sich künftig die Rechte für die Champions League teilen. Das gemeinsame Ziel, das Premium-Angebot aus dem frei empfangbaren Fernsehen zu verbannen, wurde sehr zum Bedauern vieler Fans erreicht. Wie genau allerdings die Verteilung der Spiele aussehen wird, ist immer noch nicht klar. Jedoch wurde Sky-Chef Schmidt in München nun etwas konkreter.

Sicher vorbei sind die Zeiten, in denen alle Spiele der deutschen Mannschaften bei Sky im Einzelspiel zu sehen sein werden. Wer also garantiert jede Partie seines Vereins live und komplett sehen will, wird gezwungen, zwei Abos abzuschließen.

Zuletzt war spekuliert worden, dass DAZN deutlich mehr Spiele zeige als Sky. Nun erklärte Schmidt, dass sein Sender mehr Spiele mit deutscher und österreichischer Beteiligung zeigen werde. Sicher auch: An jedem Spieltag wird es die Konferenz mit allen Spielen und alle Toren so nur bei Sky geben. Dazu an jedem Dienstag und Mittwoch jeweils ein Topspiel. Sky hat darüber hinaus die Rechte für die Hin- und Rückspiele der deutschen Mannschaften in der K.O-Phase sowie die Live-Rechte für beide Halbfinalspiele und das Finale. Übersetzt könnte das bedeuten: Bei vier gesetzten deutschen Teilnehmern in der Gruppenphase lägen zwei Live-Einzelspiele bei Sky, die zwei anderen nicht.

Schmidt wirkte nicht unzufrieden bei der Präsentation dieser Lösung, die in den kommenden Wochen und Monaten noch präzisiert wird. Schon bislang verfolgt die überwiegende Mehrheit der Zuseher an einem Spieltag jeweils entweder die Konferenz oder das jeweilige Topspiel, was dann auch künftig möglich wäre. Live-Garantien für einen einzelnen Verein wird es indes nicht mehr geben. Es greift eine Art Wahlrecht des Senders, wie Fans es aus der Vergangenheit vom ZDF kannten, als der Sender nach gewissen Vorgaben pro Spieltag entscheiden musste.

Neue Anstoßzeiten in der Champions League

Ohnehin neu sind ab der kommenden Saison die Anstoßzeiten: In der Gruppenphase beginnen am Dienstag und Mittwoch zwei Partien jeweils um 19 Uhr, sechs Spiele um 21 Uhr. Schon bei der Bundesliga sorgen die vielen verschiedenen Anstoßzeiten bei den Fans für Unmut. Zumal auch hier die Rechte zwischen Eurosport und Sky aufgeteilt wurden. Bei den Spielen der Champions League, die im September 2018 startet, dürfte es indes noch weit komplizierter werden, den Überblick zu behalten. Und vor allem wird es deutlich teurer für all jene, die die gleichen Möglichkeiten haben wollen wie bisher: also die freie Wahl zwischen allen Partien.

Derweil verwies Carsten Schmidt in München auf das weiterhin bestehende große Sport-Engagement. Handball und Tennis bilden in diesem Jahr Schwerpunkte im Programm. Ohnehin schon bekannt war, dass die Europa League ab der neuen Spielzeit im Pay bei DAZN laufen wird.

Positiver dürften jene in die Zukunft blicken, die Sky vor allem ob des fiktionalen Angebots abonniert haben. Verlängert wurden die Filmdeals mit MGM Worldwide Television Distribution sowie mit Warner Bros. – Filme wie "Dunkirk", Fatih Akins "Aus dem Nichts" und "Wonder Woman" werden demnach ebenso bei Sky zu sehen sein wie das kommende 25. Bond-Abenteuer und "Creed 2" mit Sylvester Stallone.

Vor allem gepunktet wird jedoch dem allgemeinen Trend folgend bei den Serien. Die Staffel 3 der Erfolgsserie "Babylon Berlin" ist in Vorbereitung. "Die Serie hat unsere Erwartungen überfüllt", resümierte Carsten Schmidt. Nur "Game of Thrones" performte im vergangenen Jahr noch besser auf der Plattform. Demnach soll weiter in lokale Produktionen investiert werden.

Bereits im April startet die achtteilige Thrillerserie "Der Grenzgänger", die gemeinsam mit Monster Scripted, TV 2 und Nice Drama produziert wird. Der Deutsch-Norweger Tobias Santelmann spielt die Hauptrolle in der Serie, die dem Genre "Scandi Noir" zugerechnet wird. Endzeitstimmung wird die neue Produktion "Acht Tage" verbreiten, in deren Mittelpunkt eine Berliner Familie im Angesicht des Todes steht. Denn: Ein Asteroid rast auf Europa zu. Jede Folge erzählt genau einen Tag bis zum Einschlag, Hauptrollen spielen Christiane PaulMark Waschke und Devid Striesow.

Die neue Krimiserie "Der Pass" spielt an der deutsch-österreichischen Grenze und erinnert inhaltlich an die dänisch-schwedische Serie "Die Brücke – Transit in den Tod". Sie wird voraussichtlich erst 2019 laufen. Wichtigster Neustart 2018 wird indes "Das Boot" sein, das zusammen mit der Bavaria Fernsehproduktion entsteht. Gedreht wird in Prag, La Rochelle, Malta und München.

Mehr weibliche Zuschauer gewünscht

Den Anteil der weiblichen Zuschauer erhöhen – das bleibt auch in 2018 ein Ziel von Sky, das unter anderem mit dem Entertainment-Sender Sky 1 erreicht werden soll. Im Herbst neu starten wird hier das Casting-Format "X Factor", das in Deutschland ehemals bei VOX seine Heimat hatte. UFA Show & Factual produziert die neuen Folgen in Köln. Als Moderatorin wurde Charlotte Würdig bekannt gegeben, ein zweiter Moderator ist noch offen. In der vierköpfigen Jury wird unter anderem ihr Ehemann, der Rapper und Musikproduzent Sido, sitzen. Ute Biernat, CEO bei der UFA, erklärte: "Ich freue mich sehr, dass wir Sky 1 als neuen Kunden gewonnen haben und gemeinsam X Factor zurück nach Deutschland bringen."

Fortgesetzt werden bei Sky 1 darüber hinaus die Kochshow "MasterChef", "Eine Liga für sich – Buschis Sechserkette" und "Farid – Magic Unplugged". Weitermachen wird auch Jörg Wontorra mit seiner sonntäglichen Fußballtalk-Sendung bei Sky Sport News HD, die in der Regel von rund 120.000 Zuschauern gesehen wird.


Quelle: teleschau – der Mediendienst