"Die leisen und die großen Töne": Kritik zur ARD-Tragikomödie mit Benjamin Lavernhe
Ende Juli, die Tage sind lang, heiß, anstrengend. Da ist so ein bisschen "Savoir-vivre" vielleicht genau das Richtige – wissen, wie man lebt und sich am Abend richtig entspannt. Mit sommerlich-leichter französischer Unterhaltung geht es ganz hervorragend. In der Vorwoche erst lief "Oh la la – Wer ahnt denn sowas" mit "Monsieur Claude"-Star Christian Clavier im "ARD SommerKino". Jetzt zeigt die bewährte Montagabend-Reihe wieder einen französischen Beitrag als Free-TV-Premiere, in diesem Fall die warmherzige Tragikomödie "Die leisen und die großen Töne" (Originaltitel: "En fanfare") von Regisseur und Autor Emmanuel Courcol.
"Die leisen und die großen Töne" erzählt von zwei ungleichen Brüdern
Thibaut Desormeaux (Benjamin Lavernhe), ein weltberühmter Dirigent, erfährt in seiner Lebensmitte nicht nur von einer schweren Krankheit, sondern auch von seiner Adoption und der Existenz eines jüngeren Bruders. Jimmy (Pierre Lottin) lebt in bescheidenen Verhältnissen in der nordfranzösischen Provinz, arbeitet in einer Schulküche und spielt Posaune in einer lokalen Blaskapelle. Während Thibaut die Konzerthallen der Welt dirigiert, träumt Jimmy von kleinen Momenten des Glücks.
Trotz ihrer Gegensätze verbindet die Brüder die gemeinsame Leidenschaft zur Musik. Als Thibaut erkennt, welches Talent in Jimmy schlummert, sieht er die Chance, seinem Bruder das Leben zu ermöglichen, das ihm selbst einst verwehrt wurde. Gemeinsam nehmen sie an einem nationalen Musikwettbewerb teil – ein Wettlauf gegen die Zeit, der beiden Brüdern neue Perspektiven eröffnet.
Benjamin Lavernhe und Pierre Lottin überzeugen in der Musik-Tragikomödie
Beeindruckend: Benjamin Lavernhe, im Film der strenge Dirigent, bereitete sich monatelang unter professioneller Anleitung auf die Rolle vor. Lottin, der die Rolle des Posaunisten Jimmy verkörpert, erlernte eigens für den Dreh das Instrument. Gedreht wurde in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France, wo Courcol mit lokalen Blaskapellen zusammenarbeitete und so einen realistischen Klang schuf.
"Die leisen und die großen Töne" sorgte bereits bei der Premiere in Cannes im Mai 2024 für Begeisterung und wurde in der Folge auf mehreren internationalen Festivals gefeiert. Beim Fünf Seen Festival und in San Sebastian erhielt Emmanuel Courcol für sein Werk jeweils den Publikumspreis, und auch für das "ARD SommerKino" ist die französische Produktion eine Bereicherung: ein liebenswerter Film mit Top-Besetzung, der viele Wohlfühlmomente schafft, aber nie ins Kitschige oder Sentimentale abdriftet.
Die leisen und die großen Töne – Mo. 27.07. – ARD: 20.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH