US-Geschichte im Film

"Henry Fonda for President": Die imaginäre Republik des Henry Fonda

29.06.2026, 07.00 Uhr
Alexander Horwaths Dokumentarfilm "Henry Fonda for President" bietet ein entschleunigtes Erzähltempo und verbindet die Biografie des Schauspielers mit US-Geschichte und Kultur.

Kurz vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag widmet sich 3sat einem außergewöhnlichen Filmprojekt über die Geschichte und Selbstwahrnehmung der Vereinigten Staaten. Mit der Free-TV-Premiere des fast dreistündigen Dokumentarfilms "Henry Fonda for President" von Alexander Horwath zeigt der Sender einen ebenso ungewöhnlichen wie vielschichtigen Essay über Amerika, erzählt anhand des Lebens, der Rollen und der öffentlichen Wirkung des Schauspielers Henry Fonda.

3sat
Henry Fonda for President
Dokumentarfilm • 29.06.2026 • 22:25 Uhr

Der österreichische Filmhistoriker und Regisseur Alexander Horwath nutzt die Filmfigur Henry Fonda als Prisma, um mehrere Jahrhunderte US-Geschichte zu beleuchten. Dabei verschmelzen Fondas Biografie, seine bekanntesten Leinwandrollen und historische Ereignisse zu einer vielschichtigen Erzählung über die Vereinigten Staaten. Kaum ein Hollywood-Star habe über Jahrzehnte hinweg das Bild des aufrechten, durchschnittlichen amerikanischen Bürgers so geprägt wie Fonda. Zugleich verkörperte er immer wieder Präsidenten oder staatsmännische Figuren: reale ebenso wie fiktive.

Unterwegs in den "United States of Fonda"

Der Film versteht sich als Reise durch die "United States of Fonda", eine imaginäre Republik, die sich aus den Figuren, Geschichten und Idealen zusammensetzt, die der Schauspieler im Laufe seiner Karriere verkörperte. Fondas Stimme und seine Rollen führen die Zuschauer durch unterschiedliche Epochen der amerikanischen Geschichte – von den Anfängen europäischer Besiedlung über die Amerikanische Revolution und den Mythos des Wilden Westens bis hin zur Weltwirtschaftskrise, dem Zweiten Weltkrieg und den Spannungen des Kalten Krieges.

Ausgangspunkt des Films ist eine persönliche Erinnerung Horwaths an den Sommer 1980 in Paris. Während in Moskau die Olympischen Spiele stattfinden, Ronald Reagan als Präsidentschaftskandidat der Republikaner nominiert wird und Henry Fonda seinen letzten Film dreht, eröffnet sich ein Spannungsfeld zwischen zwei unterschiedlichen Vorstellungen von Amerika: als verheißungsvolles "God's Own Country" und als Land gesellschaftlicher Konflikte und politischer Auseinandersetzungen.

Von dort aus entfaltet sich ein historischer Roadtrip quer durch die USA. Die Reise führt unter anderem an den Mohawk River, entlang der legendären Route 66, in die Zeit der "Dust Bowl", nach Kalifornien, New York und sogar bis nach Hiroshima. Immer wieder verbindet Horwath historische Wendepunkte mit Filmrollen, die Fonda gespielt hat, und zeichnet so ein Porträt eines Landes im Wandel. Die Geschichte einer Familie und die Geschichte einer Nation werden dabei eng miteinander verknüpft.

3sat zeigt "Henry Fonda for President" im Rahmen seines Programmschwerpunkts rund um den US-amerikanischen Independence Day am 4. Juli.

Henry Fonda for President – Mo. 29.06. – 3sat: 22.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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