Rustikales Rentnervergnügen: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger raufen sich zusammen, um gemeinsam aus einem Horror-Knast auszubrechen. Es wird geprügelt, geschwitzt und viel geschmunzelt.

Mit dem Ausbrecherkönig, den er in Mikael Hafströms Gefängnisfilm "Escape Plan – Flieh oder stirb" (2013) spielt, dürfte Sylvester Stallone eine Sache ganz sicher gemeinsam haben: Auch bei ihm hat man das Gefühl, ein Ruhestand wäre der absurdeste Vorschlag, den man dem altgedienten Action-Helden unterbreiten könnte. Aus demselben knorrigen Holz ist Arnold Schwarzenegger geschnitzt: Der Ex-Gouverneur von Kalifornien spielt sich in der Männer-Muskel-Parade mal wieder mehr oder weniger selbst. Augenzwinkern hilft, viel Spaß aus dem Kumpeltreffen zu ziehen. Das ZDF wiederholt den Gefängnisthriller im Rahmen seines "Montagskinos".

Es ist ein Film, der sich nicht lange mit Erklärungen aufhält, sondern rasch zur Sache kommt – zum Gekloppe, Gestöhne, zum Schwitzen und Zähne-Zusammenbeißen. Eigentlich hat Ray Breslin (Stallone) schon längst bewiesen, dass er der Beste seiner eigenwilligen Zunft ist: Er lässt sich getarnt als Schwerverbrecher in den Hochsicherheitsknasts der USA einsperren. Dort nutzt er die Zellen-Einsamkeit, um in Windeseile die Abläufe zu analysieren, aus ein wenig Spucke und Lebensmittelresten wichtige Ausbruchshilfen zu basteln und schon bald vom Hof zu stapfen.

Doch dann lockt der eine geheimnisvolle Auftrag, den er vielleicht doch hätte ablehnen sollen: Angeheuert von einer undurchsichtigen Geheimdienstmitarbeiterin und angelockt vom ganz großen Geld, willigt Breslin ein, im Selbstversuch eines dieser Gefängnisse zu testen, vor denen man sich fürchten muss. Ihr einziger Zweck ist es, Menschen auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen. Guantanamo, man hört dir trapsen.

Doch diesmal scheint sich Breslin verzockt zu haben. Er wird bei Nacht und Nebel verschleppt. Für sein zunehmend panisch reagierendes Betreuungsteam, eingeweihte Helfer seiner Sicherheitsagentur, verschwindet er von einer Sekunde zur nächsten vom Radar. Jetzt ist der Mann mit den "MacGyver"-Fähigkeiten und dem stoischen Gesichtsausdruck ganz auf sich alleine gestellt.

Schnell gerät er in dem bizarr gestalteten Höllen-Gefängnis mit dem sadistischen Anstaltsleiter Hobbes (James Caviezel) aneinander. Einziger Trost: In dem deutschstämmigen Haudrauf-Insassen Emil Rottmayer (Schwarzenegger) findet Breslin eine Art Verbündeten. Beide ahnen, dass sie einander brauchen können. Und der Schlüssel zum Ausbruch könnte eine Inhaftierung in den gefürchteten Isolierzellen sein ...

Allein schon das allmähliche Aneinandergewöhnen der Senioren-Knackis ist für Sly- und Arnie-Fans ein Fest. Wie so oft führt der Weg zur Männerfreundschaft zunächst einmal über handfeste Abreibungen. Natürlich ist der Humor der einzige Weg, diesen eher altbacken und überraschungsarm gestrickten Actionstoff erträglich zu machen. Als Zuschauer sollte man nicht allzu angestrengt über tiefere Bedeutungen und angebliche Geheimnisse nachgrübeln. Das würde das rustikale Vergnügen nur belasten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst