Mutig, cool und unverschleiert

  • Seyran Ates hat 2017 eine liberale Moschee in Berlin gegründet. Was ihre Einrichtung besonders macht und weshalb sie erheblichen Anfeindungen ausgesetzt ist, erzählt der "37°"-Beitrag "Mutig, cool und unverschleiert - Frauen gründen eine liberale Moschee" im ZDF. Vergrößern
    Seyran Ates hat 2017 eine liberale Moschee in Berlin gegründet. Was ihre Einrichtung besonders macht und weshalb sie erheblichen Anfeindungen ausgesetzt ist, erzählt der "37°"-Beitrag "Mutig, cool und unverschleiert - Frauen gründen eine liberale Moschee" im ZDF.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Seit etwas mehr als einem Jahr empfängt die Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin-Moabit Gläubige. Vergrößern
    Seit etwas mehr als einem Jahr empfängt die Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin-Moabit Gläubige.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Am 16. Juni 2017 erfüllt sich der Traum von Seyran Ates. Männer und Frauen beten gemeinsam in ihrer Moschee, und eine Frau hält sogar die Predigt. Vergrößern
    Am 16. Juni 2017 erfüllt sich der Traum von Seyran Ates. Männer und Frauen beten gemeinsam in ihrer Moschee, und eine Frau hält sogar die Predigt.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Mit ihren liberalen Ideen stößt Seyran Ates nicht nur auf Gegenliebe. Seit einigen Jahren lebt die 55-Jährige unter Personenschutz. Vergrößern
    Mit ihren liberalen Ideen stößt Seyran Ates nicht nur auf Gegenliebe. Seit einigen Jahren lebt die 55-Jährige unter Personenschutz.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Auch Marlene Löhr lebt den Traum einer weltoffenen Moschee. Die einstige Grünen-Politikerin ist Pressesprecherin des Gotteshauses. Vergrößern
    Auch Marlene Löhr lebt den Traum einer weltoffenen Moschee. Die einstige Grünen-Politikerin ist Pressesprecherin des Gotteshauses.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Wenn in der Ibn-Rushd-Goethe Moschee Veranstaltungen stattfinden, sind sie immer mit dabei: Polizisten. Vergrößern
    Wenn in der Ibn-Rushd-Goethe Moschee Veranstaltungen stattfinden, sind sie immer mit dabei: Polizisten.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Im Kampf für eine weltoffene, liberale Moschee nimmt Seyran Ates die Einschränkungen ihres Alltages hin. Außer Haus geht sie selten und wenn dann nur mit Personenschutz. Vergrößern
    Im Kampf für eine weltoffene, liberale Moschee nimmt Seyran Ates die Einschränkungen ihres Alltages hin. Außer Haus geht sie selten und wenn dann nur mit Personenschutz.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Für Marlene Löhr, die Pressesprecherin der Moschee, steht fest: "Der halbe Himmel gehört uns Frauen." Deshalb setzt sie sich für die liberale Ibn-Rushd-Goethe Moschee ein. Vergrößern
    Für Marlene Löhr, die Pressesprecherin der Moschee, steht fest: "Der halbe Himmel gehört uns Frauen." Deshalb setzt sie sich für die liberale Ibn-Rushd-Goethe Moschee ein.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Damit die Gebetsrichtung in der Moschee stimmt, prüft Seyran Ates noch mal mit einer App nach. Vergrößern
    Damit die Gebetsrichtung in der Moschee stimmt, prüft Seyran Ates noch mal mit einer App nach.
    Fotoquelle: ZDF / Susanna Salonen
  • Die mediale Aufmerksamkeit ist der Gründerin der Moschee, Seyran Ates, sicher. Vergrößern
    Die mediale Aufmerksamkeit ist der Gründerin der Moschee, Seyran Ates, sicher.
    Fotoquelle: ZDF / Michael Sohn
  • Das Bild zeigt Seyran Ates bei der Ausrichtung von Gebetsteppichen bei der Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin. Vergrößern
    Das Bild zeigt Seyran Ates bei der Ausrichtung von Gebetsteppichen bei der Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin.
    Fotoquelle: ZDF / Maurizio Gambarini
Report, Gesellschaft und Soziales
Der Traum einer gleichberechtigten Zukunft
Von Julian Weinberger

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDF
Di., 13.11.
22:15 - 22:45
Frauen gründen eine liberale Moschee


Trotz Morddrohungen und einem Leben unter Polizeischutz halten zwei Frauen an ihrem gemeinsamen Traum fest – einer liberalen Moschee in Berlin.

Marlene Löhr ist überzeugt: "Der halbe Himmel gehört uns Frauen." 2015 ist die einstige Grünen-Politikerin zum Islam konvertiert. Von den vorherrschenden traditionellen Wertvorstellungen fühlt sie sich jedoch eingeschränkt. Statt Konservativismus ist ihr Credo die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Glauben. Gemeinsam mit der Menschenrechtsaktivistin und Anwältin Seyran Ates lebt die 33-Jährige den Traum einer weltoffenen Moschee, in der Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander beten können. Der "37°"-Beitrag "Mutig, cool und unverschleiert – Frauen gründen eine liberale Moschee" begleitet die beiden ein Jahr lang auf ihrem Weg. Dabei erzählt die Doku von Hoffnungen und Visionen ebenso, wie von Bedrohung, Einschränkung und dem entbehrungsreichen Alltag der beiden Frauen.

Seit mehr als einem Jahr gehen Seyran Ates und Marlene Löhr den herausfordernden Weg, mit der Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin-Moabit eine liberale Moschee zu etablieren. Gemäß den Lehren des Philosophen Ibn Rushd, der bereits im 12. Jahrhundert einen liberalen und zeitgemäßen Islam lebte, wollen sie zeigen, dass sich der Islam und Gleichberechtigung im Glauben nicht gegenseitig ausschließen.

Wie der Film erzählt, ist das gemeinsame Beten von Männern und Frauen aber nicht die einzige Vision, die Löhr und Ates für die liberale Moschee vor Augen haben. Denn in dem Berliner Gotteshaus dürfen Frauen auch selbst entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen oder unverhüllt beten. Ebenso übernehmen sie Predigten. Dazu sind in der Ibn-Rushd-Goethe Moschee gleichgeschlechtliche und religionsübergreifende Eheschließungen möglich. Im Internet präsentiert sich die Moschee als weltoffener Ort der Vielfalt: "Uns ist es ein besonderes Anliegen, unsere Kinder zu toleranten und offenen Menschen zu erziehen, die anderen Menschen mit Liebe, Neugier und Verständnis begegnen."

Die revolutionären Ideen von Seyran Ates und Marlene Löhr schaffen aber auch mächtige Widersacher. Ein Leben ohne Personenschutz ist für die Frauen schon lange nicht mehr möglich. Anfeindungen und Morddrohungen sind zum Alltagsbegleiter der beiden geworden. Trotz der Widerstände und der Einschränkungen, die ihr Einsatz für eine liberale Islam-Interpretation mit sich bringt, gibt sich Moschee-Gründerin Seyran Ates kämpferisch. Ihr sei die innere Freiheit wichtig, nicht die äußere, erklärt sie.

Hinter dem halbstündigen Dokumentarfilm steht die deutsche Journalistin Güner Yasemin Balci. Die Filmemacherin, die einst mit dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, ist Gründungsmitglied des Muslimischen Forums Deutschland und kämpft für mehr Selbstbestimmung muslimischer Mädchen. In ihrem Buch "Das Mädchen und der Gotteskrieger" hat sie zudem scharfe Kritik an muslimischen Verbänden geübt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst


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