Die 2016 ausgestrahlte Fortsetzung des drei Jahre zuvor für viel Aufsehen sorgenden ARD-Thrillers "Operation Zucker" führte den Zuschauer zurück in die abstoßende Welt von Kinderhandel und Kinderprostitution in Deutschland.

Im Januar 2013 erzählte der ARD-Film "Operation Zucker" einer staunenden Öffentlichkeit von im großen Stil organisierten Kinder-Zwangsprostitution in Deutschland. Drei Jahre später erfuhr der preisgekrönte und beim Publikum mit 6,3 Millionen Zuschauern erfolgreiche ARD-Film eine Fortsetzung: "Operation Zucker. Jagdgesellschaft" taucht ein zweites Mal in die Welt der desillusionierten Berliner Polizistin Karin Wegmann (Nadja Uhl) ein. Ein Journalist (André Szymanski) macht die Ermittlerin auf ein Potsdamer Netzwerk aufmerksam, das Kinder für sexuelle und andere Machtspiele organisiert. Wie auch im ersten Film sind einige Szenen nicht für jeden Zuschauer leicht zu ertragen. Explizite Gewalt oder gar Sexszenen werden jedoch nicht gezeigt.

Friedrich Ani und seine Co-Autorin Ina Jung, gemeinsam erdachten sie Filme wie "Das unsichtbare Mädchen" oder die ZDF-Krimireihe "München Mord", schrieben das Drehbuch. Auf dem Regiestuhl nahm statt Rainer Kaufmann beim zweiten Film Sherry Hormann ("3096 Tage") Platz. "Jagdgesellschaft" erzählt seine Geschichte aus mehreren Perspektiven. Neben der Welt der Ermittler – außer Nadja Uhl bevölkert von Misel Maticevic und Rainer Bock – zeigt sich darin auch jene verstörende der Täter und ihrer Helfer (Jördis Triebel, Sebastian Hülk). Selbst der "Alltag" traumatisierter Opfer wird ausgeleuchtet.

Gegenüber Teil eins konzentriert sich das Thriller-Drama auf deutsche Kinder und Jugendliche, die von Prostitutionsringen – nach Recherchen der Macher – für Sex- und Gewaltspiele ausgebildet und getarnt als Familienmitglieder in bürgerlichen Existenzen versteckt werden. Ein unangenehmer Film, der die Frage aufwirft: Kann das alles wirklich wahr sein? Ja, sagen die Recherchen der Autoren. Auch UNICEF bestätigte zur Erstausstrahlung: Kinderhandel und Kinderprostitution ist einer der am stärksten wachsenden Märkte weltweit. Schon heute wird damit mehr verdient als mit Waffenhandel. Deutschland und vor allem das Ost-West-Drehkreuz Berlin gilt als eines der Zentren der Branche.


Quelle: teleschau – der Mediendienst