Slow West

  • In "Slow West" nimmt Kopfgeldjäger Silas (Michael Fassbender, links) den Grünschnabel Jay (Kodi Smit-McPhee) unter seine Fittiche - nicht ganz uneigennützig, wie sich versteht. 3sat zeigt den Film nun. Vergrößern
    In "Slow West" nimmt Kopfgeldjäger Silas (Michael Fassbender, links) den Grünschnabel Jay (Kodi Smit-McPhee) unter seine Fittiche - nicht ganz uneigennützig, wie sich versteht. 3sat zeigt den Film nun.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Der schottische Jüngling Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee, vorne) ist mit dem einsamen Kopfgeldjäger Silas (Michael Fassbender) unterwegs. Vergrößern
    Der schottische Jüngling Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee, vorne) ist mit dem einsamen Kopfgeldjäger Silas (Michael Fassbender) unterwegs.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Der Tod lauert im Wilden Westen überall, wie Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee, rechts) ein ums andere Mal feststellen muss. Vergrößern
    Der Tod lauert im Wilden Westen überall, wie Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee, rechts) ein ums andere Mal feststellen muss.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Wegen seiner großen Liebe Rose (Caren Pistorius) bricht Jay in die Ungewissheit auf. Vergrößern
    Wegen seiner großen Liebe Rose (Caren Pistorius) bricht Jay in die Ungewissheit auf.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Ein Bösewicht, wie er im Bilderbuch steht: Payne (Ben Mendelsohn) verfolgt den Lover und seinen Leibwächter. Vergrößern
    Ein Bösewicht, wie er im Bilderbuch steht: Payne (Ben Mendelsohn) verfolgt den Lover und seinen Leibwächter.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Für die lange Reise durch den Westen ist ordentlich Proviant nötig. Silas Selleck (Michael Fassbender, rechts) kümmert sich darum. Vergrößern
    Für die lange Reise durch den Westen ist ordentlich Proviant nötig. Silas Selleck (Michael Fassbender, rechts) kümmert sich darum.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Der wortkarge Outlaw Silas (Michael Fassbender) lässt sich nicht gern in die Karten schauen. Vergrößern
    Der wortkarge Outlaw Silas (Michael Fassbender) lässt sich nicht gern in die Karten schauen.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
  • Silas Selleck (Michael Fassbender, rechts) beschützt Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) auf dem Weg zu seiner großen Liebe Rose. Vergrößern
    Silas Selleck (Michael Fassbender, rechts) beschützt Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) auf dem Weg zu seiner großen Liebe Rose.
    Fotoquelle: ZDF/Robbie Ryan
Spielfilm, Western
Träume und Schinderei
Von Claas Nielsen

Infos
Originaltitel
Slow West
Produktionsland
Großbritannien / Neuseeland
Produktionsdatum
2015
Kinostart
Do., 30. Juli 2015
3sat
Do., 06.12.
22:25 - 23:45


Ein junger Mann folgt seiner großen Liebe in den Wilden Westen: Das ist 1870 eine gefährliche Reise ins Unbestimmte, wie der ausgezeichnete Neo-Western "Slow West" eindrücklich zeigt.

Der Wilde Westen war immer schon ein gelobtes Land voller Versprechungen und Verheißungen. Wer dorthin wollte, träumte von Freiheit, von einem frischen Start oder vom ultimativen Glück. So wie der zerbrechliche Adlige Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee). Was Jay, wie so viele andere vor und nach ihm, ignoriert, ist der Preis, den der Westen für all diese Träume abverlangt. Bei Jay sind es erst einmal nur 1.000 Dollar, die er dem zwielichtigen Silas (Michel Fassbender) als Schutzgeld bezahlt: Der wortkarge Landstreicher soll ihn zu seiner Geliebten Rose (Caren Pistorius) führen, der er mit flammendem Herzen aus Schottland gefolgt ist. In nur 81 Minuten nimmt sich Regisseur John Maclean in "Slow West" alle Zeit der Welt, den Mythos Wilder Westen mit Stilbewusstsein und lakonischem Humor zu dekonstruieren und mit seiner eigenen Vision den Hut vor einem ganzen Genre zu ziehen. 3sat zeigt die finstere Reise jetzt erstmals im Free-TV.

Der Liebe wegen ist Jay Cavendish 1870 in Colorado gelandet. Der naive Jüngling liegt nachts unter dem Sternenhimmel und träumt von seiner Geliebten Rose. Tagsüber reitet er wie ein erstauntes Kind durch eine Landschaft, von der er erst durch den wortkargen Einzelgänger Silas erfährt, wie tödlich sie in ihrer Schönheit ist. Der grandiose Michael Fassbender verortet den Kopfgeldjäger im Zwielicht aus mörderischer Entschlossenheit und pessimistischem Weltschmerz.

Leichen pflastern fortan ihren Weg – weil der Westen eben kein romantischer Sehnsuchtsort ist. Er ist ein unwirtliches, ein raues, ein gefährliches Land, durch das John Maclean ein sehr ungleiches Paar schickt. Wie Vater und Sohn wirken sie, Vergangenheit und Zukunft treffen aufeinander und die blutige Wirklichkeit kämpft mit der Hoffnung. In Rückblenden wird schnell klar, dass Jays große Liebe eine einseitige Angelegenheit ist. Rose ist mehr Reflexionsfläche seiner Hingabe, als für ein gemeinsames Leben bereit.

Wenige Schauplätze, wenige Figuren – ein wortkarger Held mit undurchsichtigen Absichten, ein naives Greenhorn, eine schöne Frau, ein klassischer Bösewicht, den der diabolische Ben Mendelsohn als Wolf im Wolfspelz gibt, und eine aufs Wesentliche reduzierte Handlung: "Slow West" ist nur auf den ersten Blick ein klassischer Western. Vielmehr renoviert Filmemacher Maclean ein Genre, das nie aus der Mode kommt, und interpretiert es mit erfrischender Unbekümmertheit neu.

Der Schotte erzählt mit lakonischem Ton viel über das Wesen der Zivilisation und über Zeiten, in denen ein Menschenleben nicht viel wert war. Reduziert auf ein Kammerspiel, ist "Slow West" ein sehr moderner und zeitloser Film, der Genre-Vorgaben mit schrulliger Komik bricht. Von der Kamera in einen engen Rahmen gezwängt, erleben die Figuren aber auch die Unmittelbarkeit des Todes sehr deutlich: Es gibt kein Entrinnen. Nicht für Ex-Soldaten, nicht für Kopfgeldjäger, nicht für verzweifelte Pioniere.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Slow West" finden Sie hier.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Der Trailer zu "Slow West"

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