Stumme Schreie: Frauen kämpfen gegen häusliche Gewalt im Iran

  • Eine Aktivistin im intimen Gespräch mit einem Opfer häuslicher Gewalt: Die einzige Studie im Iran zu dem Thema besagt, dass 66 Prozent aller Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Die genaue Dunkelziffer ist nicht bekannt. Vergrößern
    Eine Aktivistin im intimen Gespräch mit einem Opfer häuslicher Gewalt: Die einzige Studie im Iran zu dem Thema besagt, dass 66 Prozent aller Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Die genaue Dunkelziffer ist nicht bekannt.
    Fotoquelle: ARTE / Mina Keshavarz
  • In ihrer Kampagne gegen häusliche Gewalt im Iran sammeln Aktivistinnen Erfahrungen von gedemütigten Frauen. Vergrößern
    In ihrer Kampagne gegen häusliche Gewalt im Iran sammeln Aktivistinnen Erfahrungen von gedemütigten Frauen.
    Fotoquelle: ARTE / Mina Keshavarz
  • Im Nordosten des Iran hält eine Frauenrechtsaktivistin einen Workshop zur häuslichen Gewalt ab. Damit dieser nicht auffliegt, wird er unter anderem als Nähkurs getarnt. Vergrößern
    Im Nordosten des Iran hält eine Frauenrechtsaktivistin einen Workshop zur häuslichen Gewalt ab. Damit dieser nicht auffliegt, wird er unter anderem als Nähkurs getarnt.
    Fotoquelle: ARTE / Mina Keshavarz
  • Das Ziel der Frauenrechtsaktivistinnen ist ein Gesetz, wodurch häusliche Gewalt illegal und bestraft wird. Vergrößern
    Das Ziel der Frauenrechtsaktivistinnen ist ein Gesetz, wodurch häusliche Gewalt illegal und bestraft wird.
    Fotoquelle: ARTE / Mina Keshavarz
Report, Auslandsreportage
Über häusliche Gewalt und mutige Frauen im Iran
Von Andreas Schoettl

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 23/07 bis 30/07
Produktionsland
Iran
Produktionsdatum
2018
arte
Di., 23.07.
23:00 - 23:55


Wie schlimm die Lage vieler Frauen im Iran ist, zeigt ein erschütternder Film der iranischen Filmemacherin Mina Keshavarz. Sie lüftet den Schleier über erschreckende Auswüchse häuslicher Gewalt im Land der Mullahs.

"Eine Frau soll geduldig sein. Eine Frau hat sich ruhig zu verhalten. Eine Frau muss gehorsam sein. Jede von uns Frauen im Iran kennt diese Sprüche." – Kürzer, prägnanter, eindringlicher lässt sich die Lage vieler Frauen im Iran wohl nicht auf den Punkt bringen. Der Film der iranischen Filmemacherin Mina Keshavarz beginnt mit genau diesen Sätzen. Sie allein schon könnten Frauenaktivistinnen in Teheran hinter Schloss und Riegel bringen. Oder sogar Schlimmeres noch. Denn: Selbst das öffentliche Gespräch über Frauenfragen ist im Iran verboten.

Keshavarz hat die mutigen Frauen der Kampagne "Stoppt häusliche Gewalt gegen Frauen" durch den Iran begleitet. Ihre Treffen finden oft in Verborgenem statt. Damit Frauen an den Workshops teilnehmen können, werden sie unter anderem als Nähkurse getarnt. Nur unter diesem Vorwand erhalten einige Frauen die Erlaubnis die eigenen vier Wände zu verlassen. In diesem geschützten Bereich sprechen Opfer etwa prügelnde Ehemänner, bis sie grün und blau im Gesicht geschlagen waren, über unfassbare Gräueltaten.

Auch wenn der so eindeutig von Männern dominierte Mullah-Staat Verbrechen gegen Frauen weiterhin gerne verdecken würde, Keshavarz' Film lüftet doch den Schleier über einer katastrophalen Situation. So seien beispielsweise in dem von der Scharia bestimmten Land Kinderehen an der Tagesordnung. Eine Frau beispielsweise berichtet: "Ich wurde mit sechs Jahren verlobt, mit zehn Jahren verheiratet. Mein Mann war drogenabhängig. Er schlug mich. Er brach mir den Arm. Ein ganzer Monat wäre zu kurz, um meine ganze Geschichte zu erzählen."

Die Frauenaktivistinnen fordern deshalb in einem Gesetzesentwurf für mehr gesellschaftliche Rechte unter anderem, dass Frauen unter 18 Jahren nicht mehr verheiratet werden dürften. Ihr Ziel war, dass die eigenen Vorschläge gegen die häusliche Gewalt im Parlament wenigstens diskutiert werden. Noch haben sie es nicht erreicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst


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