Frankreich 1982, in den Straßen der Casino-Stadt Biarritz. Als die schöne Ärztin Hélène einen Moment unaufmerksam am Steuer ist, fährt sie den jungen Gilles an. Erschrocken über den Vorfall, setzt sich die übermüdete Frau mit ihm in eine Bar, um für die Beweisaufnahme seinen Namen zu notieren. Gilles ist glücklicherweise unversehrt und scheint weniger schockiert als vielmehr fasziniert von der hübschen Hélène. Als er sich kurz von ihr abwendet, um Musik aus der Jukebox anzumachen, schläft sie unvermittelt ein. Am nächsten Morgen sitzt Gilles ihr noch immer gegenüber. Er möchte sie unbedingt näher kennenlernen, aber Hélène ist zunächst sehr distanziert und möchte sich nicht auf ihn einlassen. Sie hat den Tod ihres erst kürzlich verstorbenen Liebhabers noch nicht verarbeitet. Statt zu trauern, versucht sie jegliche Gedanken an seinen Tod zu verdrängen. Doch Gilles merkt, dass sich mehr hinter dem traurigen Gesicht verbirgt und auch sie sich von ihm angezogen fühlt. Er bleibt so lange hartnäckig, bis auch sie sich ihren Gefühlen zu ihm nicht mehr entziehen kann ...

Ein sensibel in Szene gesetztes Melodram, zu dem Regisseur André Téchiné zusammen mit Gilles Taurand ("Männer sind auch nur Frauen", "Das schöne Mädchen") auch das Drehbuch verfasste. "Begegnung in Biarritz", von Téchinés Kameramann Bruno Nuytten ("Barocco", "Die Schwestern Brontë") in melancholischen Bildern eingefangen, erzählt die Geschichte zweier einsamer Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlen und in tief emotionales Wechselbad der Gefühle geraten. Als spröde Hélène zeigt Catherine Deneuve einmal mehr eine schauspielerische Glanzleistung (César-Nominerung als beste Darstellerin), als orientierungsloser Herumtreiber ist Patrick Dewaere das erste und einzige Mal an der Seite von Deneuve in einer seiner letzten Rollen zu bewundern. Für die französische Schauspielerin blieb "Begegnung in Biarritz" nicht die einige Zusammenarbeit mit Regisseur André Téchiné, in der Folgezeit drehten sie Filme wie "Schauplatz des Verbrechens", "Meine liebste Jahreszeit" und "Diebe der Nacht" miteinander.

Foto: StudioCanal