Für den siebenjährigen Jeremiah bricht in dem Moment unvermittelt eine heile Welt zusammen, als seine leibliche Mutter Sarah ihn von seinen Pflegeeltern abholt. Die unstete Sarah pendelt von Beziehung zu Beziehung, ohne Rücksicht auf ihren Sohn zu nehmen, der unter diesen ständig wechselnden Lebensumständen mehr als nur leidet. Nachdem Jeremiah von einem pädophilen Bekannten seiner Mutter missbraucht wird, bricht er aus seiner ganz persönlichen Hölle aus – nur, um dann in der Obhut seiner bigotten Großeltern zu landen. Dort wird er mit harschen Methoden zu einem treuen Gottesdiener umerzogen, ein Schicksal, dass er aber auch bald zu akzeptieren beginnt ...

Nach dem 2001 erschienenen, gleichnamigen Roman des Geheimnis und Skandal umwitterten Autors JT LeRoy inszenierte Asia Argento, die auch die weibliche Hauptrolle der durchgeknallten Mutter spielt, diesen äußerst krassen Reigen um die kaum vorstellbaren Erlebnisse eines kleinen Jungen, angesiedelt in der US-amerikanischen Unterschicht. In seiner Abgründigkeit und schonungslosen Darstellung ist dieser merkwürdige Streifen nichts für zart besaitete Gemüter. Ebenfalls 2005 stellte sich heraus, dass es sich bei JT LeRoy, der sich selbst als ehemaligen Stricher und HIV-positiv outete, lediglich um ein Pseudonym handelte, das sich die 1965 geborene Autorin und Punk-Rockerin Laura Albert zugelegt hatte, die zuvor pornografische Geschichten geschrieben und mit Telefonsex ihr Geld verdient hatte.

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