Das italienische Ferrara zwischen 1938 und 1943. Die jüdisch-intellektuelle Familie des angesehenen Literaturprofessors Finzi Contini lebt in einer herrschaftlichen Villa mit seiner Frau und seinen beiden heranwachsenden Kindern - der hübschen Micòl und dem schwindsüchtigen Alberto. Man spürt die ständig wachsende Bedrohung durch den Antisemitismus des Faschismus. Trotzdem oder gerade deswegen sehnt sich Micòl nach Leidenschaft und Liebe. Sie ahnt, dass ihr nur wenig Zeit bleibt, und setzt sich über die strengen Konventionen ihrer Erziehung hinweg...

Regisseur Vittorio De Sica schildert mit dieser adäquaten Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Giorgio Bassani eine tragische Liebesgeschichte. Diese spielt vor dem Hintergrund des Schicksals zweier jüdischer Familien im faschistischen Italien. Dabei gelang De Sica eine faszinierende Spiegelung jener Zeit. Der Film wurde auf der Berlinale 1971 mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Bären, ausgezeichnet und errang 1972 auch den Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film.

Foto: Constantin